Die Schöne und das Biest; © 2016 Disney Enterprises inc. All Rights Reserved
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Liebesfilm - "Die Schöne und das Biest"

Bewertung:

Zunächst wirkt die Version des berühmten Märchens von Bill Condon altbacken, erst im Schloss kommt Leben in den Film: Inmitten des eher faden Musical nistet sich da ein vergnügter Animationsfilm ein, mit sehr viel subversivem Witz und vielen kleinen, liebevollen Details.

Die Geschichte von der Schönen, die den verwunschenen Prinzen durch ihre Liebe erlöst, ist eines der berühmtesten Märchen und wurde zahllose Male verfilmt. Inzwischen dreht sich das Remake-Karussell immer schneller, kaum zwei Jahre ist es her, dass die französische Neuverfilmung von "Die Schöne und das Biest" in unsere Kinos kam, unter der Regie von Christophe Gans mit Léa Sedoux und Vincent Cassel in den Titelrollen. Nun hat das Disney-Studio selbst den Amerikaner Bill Condon engagiert,  um eine Life-Version des hauseigenen, berühmten Animationsfilms von 1991 zu drehen, mit dem Harry Potter-Star Emma Watson in der Hauptrolle.

Altbacken

Condon hat bereits Musicalerfahrung, als Drehbuchautor von "Chicago" und Regisseur von "Dreamgirls". Wenn nun allerdings die Dorfbewohner singend und tanzend in ihren Kostümen durch ein französisches Studiodörfchen tirilieren wirkt das geradezu altbacken, insbesondere im Vergleich mit dem furiosen, gerade mit vielen Oscars ausgezeichneten "La La Land". 

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Stark an der Disney-Version orientiert

Dabei folgt Bill Condon stark der Disney-Version, sowohl im Verlauf der Erzählung wie bei den Musical-Nummern. Erst wenn sich die Handlung ins Schloss verlagert, kommt Leben hinein, die verzauberten Gegenstände, wie die Teekanne Mrs. Potts und ihr Sohn, die zerbrochene Teetasse Chip, der Garderobenschrank Madame Garderobe, der Kerzenständer Lumière, die Standuhr Cogsworth und das Piano Maestro Cadenza, setzen alles daran, um die Prinzessin mit ihrem Herrn zu verkuppeln.

Inmitten des eher faden Musical nistet sich da ein vergnügter Animationsfilm ein, mit sehr viel subversivem Witz und vielen kleinen, liebevollen Details, im Original zudem noch von so tollen Schauspielern wie Ian McKellen, Ewan McGregor, Stanley Tucci und Emma Thompson gesprochen.

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Selbstbewusst und selbstbestimmt

Mit Filmen wie "Rapunzel neu verfönt", "Küss den Frosch", "Die Eiskönigin" und zuletzt "Vaiana" hat Disney sich in den letzten Jahren vom alten Prinzessinnenbild verabschiedet und eine ganze Reihe, selbstbewusster und selbstbestimmter junger Frauen erschaffen, in die sich nun auch Emma Watsons Schöne einreiht, die sich nicht für schöne Kleider und Ehemänner, sondern für Bücher interessiert.

Für einigen Aufruhr hat eine weitere Modernisierungsmaßnahme gesorgt in Gestalt der ersten offen homosexuellen Nebenfigur in einem Disneyfilm. Manche Kinos im amerikanischen Bible Belt weigerten sich, den Film zu zeigen, und in Russland, wo homosexuelle Beziehungen gesetzlich nicht anerkannt werden, darf der Film erst ab 16 gezeigt werden, um die Jugend vor derartig "pervertierten Sexualpraktiken" zu schützen.

Anke Sterneborg, kulturradio

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