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Drama - "Moonlight"

Bewertung:

Regisseur Barry Jenkins hat das Drehbuch des Dramatikers Tarell Alvin McCraney mit großer Wucht adaptiert. "Moonlight" ist ein kleiner Film über ein schwieriges Thema, ohne große Stars, der in vielerlei Hinsicht Maßstäbe setzt.

Chiron –genannt "Little" (Alex R. Hibbert) wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter Paula (Naomi Harris) in einem Armenviertel von Miami auf. Um ihn herum eine Welt voller Drogen und Gewalt – auch Paula ist abhängig vom Crack und kümmert sich kaum um den Jungen. Zuflucht findet Chiron ausgerechnet beim lokalen Drogen- Dealer Juan (großartig: Mahersala Ali) und seiner Freundin Teresa (Janelle Monáe), die ihm helfen, auf der Straße zu bestehen. Denn Chiron ist nicht nur kleiner und sensibler als seine Klassenkameraden, er ist auch noch schwul – und das ist in Downtown Miami überhaupt nicht populär.

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Mit großer Wucht adaptiert

Bis sich Chiron schließlich als Mittdreißiger (Trevante Rhodes) offen zu seiner Sexualität bekennen kann, liegt noch ein langer Weg vor ihm. Nach einer Schlägerei kommt er ins Gefängnis, transformiert sich dort in einen harten Straßengangster, und muss schließlich, nach einem Wiedersehen mit seiner Jugendliebe Kevin (Jharrel Jerome / André Holland) erkennen, dass man aus seiner Haut nie wirklich herauskommt: Sonnenbrille, Goldkettchen und dicke Muskeln sind nur eine Fassade, wenn es in einem drin ganz anders aussieht.

Regisseur Barry Jenkins hat das Drehbuch des Dramatikers Tarell Alvin McCraney mit großer Wucht adaptiert. Mit einer sehr mobilen Kamera, die ganz nah an die  Protagonisten herangeht, sie umkreist, manchmal geradezu umtänzelt, die aber trotzdem nie ziellos wirkt – und die von der ersten Minute eine Menge Spannung und Dynamik in den Film hineinbringt.

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Ein Film der Maßstäbe setzt

Gleichzeitig geht Jenkins in seiner Charakter- Entwicklung durchaus behutsam vor. Er bringt das schwarze Dealer- Milieu in Miami und die homosexuelle Liebesgeschichte auf überzeugende Art und Weise zusammen: In der einen Welt dreht sich alles um dicke Autos, um coole Sprüche und um ein betont Macho-haftes Auftreten – und in der anderen Welt um Sensibilität, um Gefühle und um schonungslose Ehrlichkeit – gegenüber sich selbst und gegenüber anderen. Jenkins zeigt, dass man tatsächlich alles auf einmal sein kann: Schwul und ein Macho, Drogen-Opfer und Drogen – Dealer, cooler Gangsta und zutiefst romantischer Liebhaber.

"Moonlight" ist ein kleiner Film über ein schwieriges Thema, ohne große Stars und mit einem Produktionsetat von gerade mal 5 Millionen Dollar. Trotzdem ist die Auszeichnung als bester Film bei den Oscars 2017 absolut gerechtfertigt,  weil dieser Film in vielerlei Hinsicht Maßstäbe setzt.

Carsten Beyer, kulturradio

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