"Bleed for this" ©Sony Pictures Releasing GmbH
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Drama - "Bleed for this"

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In dieser Woche kommt ein neuer Boxerfilm in unsere Kinos, gedreht hat ihn der New Yorker Regisseur Ben Younger.

 

"Wie ein wilder Stier", "Rocky" oder "The Fighter" – Boxerfilme gehören zum Kanon des US-amerikanischen Kinos. Geschichten von unwahrscheinlichen Helden, die sich gegen alle Widerstände von ganz unten bis ganz nach oben durchboxen, sind über die Jahre fast zu einem eigenen Genre geworden. Große Schauspieler wie Robert de Niro, Paul Newman oder Christian Bale hatten hier unvergessliche Auftritte.

"Bleed for this" ©Sony Pictures Releasing GmbH
"Bleed for this" ©Sony Pictures Releasing GmbH

Ein schier unglaubliches Comeback

Jetzt hat sich auch der New Yorker Regisseur Ben Younger ("Boiler Room") an einem Boxerfilm versucht. "Bleed for this" erzählt die wahre Geschichte von Vinny Pazienza (Miles Teller). Der italo-amerikanische Boxer war im Laufe seiner Karriere Weltmeister in drei verschiedenen Gewichtsklassen.

Sein größter Ruhm allerdings resultiert aus einem schier unglaublichen Comeback: 1991, kurz nach dem Gewinn des WBA Titels im Mittelgewicht, hatte Pazienza einen schweren Verkehrsunfall und brach sich dabei das Genick. Anschließend hieß es, er könne froh sein, wenn er jemals wieder laufen könne, seine Boxkarriere sei jedoch definitiv vorbei. Pazienza aber gab nicht auf. Er begann heimlich und gegen den Willen der Ärzte wieder zu trainieren und stand bereits nach 13 Monaten wieder im Ring – in einem erneuten Titelkampf.

Ein großartiger Hauptdarsteller

Auch wenn Ben Younger sich bei der Film-Adaption ein paar künstlerische Freiheiten genommen hat, im Großen und Ganzen bleibt er eng an der realen Vorlage dran. Dabei hat er mit Miles Teller nicht nur einen großartigen Hauptdarsteller gefunden, der Vinny Pazienza zum Verwechseln ähnlich sieht, er hat auch das ganze Umfeld des Boxers gut getroffen.

Aaron Eckhart spielt seinen Trainer Kevin Rooney - einen Mann, der zwar ein kleines Alkoholproblem hat aber das Herz trotzdem auf dem richtigen Fleck. Auch Ted Levine überzeugt als zwielichtiger Manager Lou, der seinen Star nach dem Unfall zunächst fallen lassen will, der dann aber, als er das große Geld riecht, auf einmal doch wieder mit von der Partie ist. Und absolut herausragend ist Ciaran Hinds – als box-verrückter Vater Angelo, ein Patriarch wie aus dem italo- amerikanischen Bilderbuch.

"Bleed for this", © Open Road Films
"Bleed for this" ©Sony Pictures Releasing GmbH

Wer mit Boxen überhaupt nichts anfangen kann, wer nicht hingucken mag, wenn sich zwei Menschen im Ring mit den Fäusten bearbeiten, für den ist dieser Film nichts. Ansonsten aber hat "Bleed for this" das Zeug zum Klassiker des Genres – gut gespielt, authentisch erzählt und mit einer Geschichte, die Stoff für Legenden bietet.

Carsten Beyer, kulturradio

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