Michael Keaton steht als Roy Kroc in einer Szene des Films «The Founder» vor einem neueröffneten McDonalds-Restaurant, Quelle: Splendid Film GmbH
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Doku-Drama - "The Founder"

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Kein unschuldiges Märchen: So wie Coca Cola ist auch McDonald's längst eine amerikanische Legende.

Mit Restaurants in 119 Ländern und mehreren Milliarden Dollar Gewinn pro Jahr ist Mc Donald’s die weltweit umsatzstärkste Fast-Food-Kette. John Lee Hancock ("Blind Side – Die große Chance") hat jetzt die Geschichte des Unternehmens aufgerollt, in seinem neuen Film "The Founder" mit Michael Keaton in der Titelrolle – allerdings nicht wie zu vermuten wäre als strahlende Heldengeschichte. Stattdessen entlarvt er ganz zeitgemäß aus unserer heutigen Perspektive die rücksichtlosen Geschäftsmethoden des Franchise-Gründers. Und das, obwohl die Geschichte ihre Wurzeln in einer Zeit der Unschuld, in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts hat.

Im Grunde wird eine Geschichte David gegen Goliath erzählt: Auf der einen Seite die Brüder Richard und Maurice McDonald, die ihr Barbecue-Restaurant im kalifornischen  San Bernardino Ende der Vierzigerjahre auf Fastfood und Selbstbedienung umstellten, indem sie dafür sorgten, dass auf engstem Raum die Bewegungen des Küchenpersonals wie Zahnrädchen ineinandergreifen. Auf der anderen Seite ein gewisser Ray Kroc (Michael Keaton), ein Vertreter für Milchshake-Maschinen, der in dem Restaurant der Brüder das Potential für ein zunächst amerikaweites Franchise-Unternehmen sah.

Ray Kroc war Anfang der Fünfzigerjahre so alt wie das Jahrhundert. Ein Hansdampf in allen Gassen, der überall tolle Geschäftsideen witterte, die er leidenschaftlich vermarktete, aber nie zum Erfolg führen konnte. Deshalb nahm ihn zunächst auch niemand ernst, als er das McDonald’s Projekt vorantrieb. Er musste mit allen Tricks und Ideen arbeiten, um die widerwilligen Brüder zu gewinnen, die er später mit harten Bandagen aus dem Geschäft drängte.

Michael Keaton, der seinen Ruhm vor allem auf recht albernen Komödien wie "Beetle Juice" und Superhelden-Filmen wie "Batman" gründete, steuert seit einigen Jahren zielstrebig gegen dieses Image an. Nach "Birdman" (für den er auch mit einer Oscar-Nominierung ausgezeichnet wurde) und "Spotlight" spielt er nun den Titelhelden von "The Founder" in allen Schattierungen von euphorischer Begeisterung, Existenzangst, Großspurigkeit und Kläglichkeit.

Gerade durch seine Schwächen und Makel wirkt sein Ray Kroc schillernd und faszinierend, immer zugleich mitreißend und abstoßend. Tatsächlich wandelt sich der amerikanische Traum im Verlauf des Films zum Albtraum, der zum derzeitigen nationalen Mantra "Make America great again!" wohl nicht so recht zu passen scheint: In Amerika war der Film über die Anfänge des Fast Food ein Flop.

Zu düster gefärbt war die berühmte Geschichte vom Tellerwäscher, der  zum Millionär wird, kein unschuldiges Märchen, sondern ein Film über die düsteren Seiten des Erfolgs.

Anke Sterneborg, kulturradio

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