Amanda Seyfried, Shirley MacLaine, AnnJewel Lee Dixon in "Zu guter Letzt" ©TOBIS Film GmbH
Bild: Tobis Film GmbH

Tragikomödie - "Zu guter Letzt"

Bewertung:

Shirley MacLaine in ihrem neusten Film, in dem sie eine ehemalige Geschäftsfrau spielt, die ihre Mitmenschen gerne drangsaliert hat. Nun setzt sie alles daran, um am Ende einen positiven Nachruf zu erhalten.

"Immer Ärger mit Harry" von Alfred Hitchcock, 1955, "Das Appartment", Regie: Billy Wilder, 1960, "Zeit der Zärtlichkeit" von James Brooks – die Liste der Filme, in denen Shirley MacLaine mitspielte, ist lang, unvergessliche Werke sind dabei. Gefeiert mit dem Oscar, diversen Golden Globes und unzähligen Preisen wie 1999 den Goldenen Bären für ihr Lebenswerk. Seit mehr als 60 Jahren steht Shirley MacLaine vor der Kamera und ist sicherlich eine der bedeutendsten Schauspielerinnen Hollywoods.

Shirley MacLaine in "Zu guter Letzt" © TOBIS Film GmbH
Shirley MacLaine in "Zu guter Letzt" © TOBIS Film GmbH

Der Nachruf soll gut werden

Ihr neuer Film heißt "Zu guter Letzt" – im Original "The Last Word" – "Das letzte Wort". Das letzte Wort haben zu müssen, zeichnet den Charakter der Hauptfigur aus: eine alte, noch immer sehr attraktive Dame, die in ihrem Leben als erfolgreiche Geschäftsfrau viel Energie darauf verwandt hat, ihre Mitmenschen zu drangsalieren. Heute ist sie 80 Jahre, hat keine Freunde und den Glauben an den Sinn des Lebens verloren. Eine Sache aber ist ihr noch wichtig: dass nach ihrem Tod ein Nachruf in der Zeitung stehen wird, der sie als liebenswerte Person dastehen lässt. Also kümmert sie sich und nimmt Kontakt zu der "Nachruf-Journalistin" der ansässigen Tageszeitung auf.

Sie will ihrem Leben ein neues Kapitel hinzufügen

In den USA ist das tatsächlich ein Trend: seinen Nachruf schon zu Lebzeiten zu veranlassen und entsprechend zu "gestalten". Die junge Journalistin Anne also macht sich an diese Auftragsarbeit, um festzustellen, dass es keinen einzigen Menschen gibt, der Harriet mochte und bereit ist ein gutes Wort über sie zu verlieren. So wird der Nachruf, den sie verfasst, liebloses Mittelmaß.

Da beschließt Harriet, ihrem Leben ein weiteres Kapitel hinzuzufügen, indem sie es selbst noch einmal umschreibt. Das heißt: Sie nimmt sich eines kleinen schwer erziehbaren Mädchens an, nimmt Kontakt zu ihrer Tochter und ihrem Ex-Mann auf und sie sucht sich einen Job als Radio-DJ. Diese Musik aus dem 60ern gibt dem Film einen ganz eigenen Schwung.

Shirley MacLaine © TOBIS Film GmbH
Shirley MacLaine in "Zu guter Letzt" © TOBIS Film GmbH

Ein Hollywoodfilm mit Top-Besetzung

"Zu guter Letzt" ist eine typische Hollywoodproduktion mit Top-Besetzung. Eine Komödie, die für jede Generation, für Alt und Jung etwas parat hält, die passende Identifikationsfigur anbietet. Da ist Harriets Entwicklung, eine Reise zu sich selbst, die klar machen will: Es ist nie zu spät, ein guter Mensch zu werden. Da ist die junge Journalistin Anne, die von Größerem träumt als Nachrufe zu schreiben, sich aber nicht traut. Und da ist das kleine schwer erziehbare Mädchen, das bei Harriet nicht nur Manieren, sondern auch ein besseres Leben kennenlernt. Jeder bekommt seine Chance, findet sein Glück.

Anne Heche in "Zu guter Letzt" © TOBIS Film GmbH
Anne Heche in "Zu guter Letzt" © TOBIS Film GmbH

Überraschungen fehlen

Was fehlt, sind Überraschungsmomente, ein echter Konflikt, eine Reibung. Das mag auch daran liegen, dass es keinen wirklichen Widerpart zu Shirley MacLaine gibt. Ihre Harriet ist so kratzbürstig und schlagfertig, fidel und temperamentvoll wie MacLaine selbst. Heute 82 Jahre alt, hat sie nichts von ihrer Leinwandpräsenz eingebüßt. An ihrer Seite Amanda Seyfried als Anne, sie spielt so langweilig wie immer. Sicherlich ist es schwierig, neben MacLaine zu bestehen. Doch wie es hätte sein können, davon vermittelt die Begegnung mit Anne Heche als Tochter eine Ahnung – mehr davon hätte dem Film gut getan.

Christine Deggau, kulturradio

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