Churchill, hier: Winston Churchill (Brian Cox); © SquareOne/Universum

Biopic - "Churchill"

Bewertung:

Unzählige Dokumentationen haben sich seiner Person angenommen und auch in Kino- und Fernsehfilmen taucht er immer wieder auf: Winston Churchill.

Kein Wunder, er ist sicherlich einer der bekanntesten Staatsmänner. Bei einer Umfrage nach der bedeutendsten Persönlichkeit der Geschichte landete er in Großbritannien noch 2002 auf Platz 1 – vor Shakespeare, vor der Queen!

Er war ein Gigant in jeder Hinsicht: Zum Frühstück Champagner oder Whiskey – für Churchill kein Problem. Er war ein politischer Abenteurer und überzeugter Militarist, brillanter Rhetoriker und scharfer Denker. Politisch verkörpert er wie kein Zweiter Größe, Triumph und Niedergang des Britischen Empire. Als sein größtes Verdienst gilt sein Widerstand gegen Nazi-Deutschland.

In dieser Zeit spielt auch der Film, im Jahr 1944. Teplitzky konzentriert sich auf einen vergleichsweise sehr kleinen, wenn auch entscheidenden Moment in Churchills langer politischer Karriere: die Tage vor dem "D-Day", der Landung der Alliierten in der Normandie. Um sein Zaudern, seine Angst, hier eine falsche Entscheidung zu treffen – darum kreist dieses Biopic, das ihn nicht nur als Politiker sondern auch als Mensch zeigt.

Eingebettet ist der Film in einen Strandspaziergang von Churchill und seiner Frau, die Miranda Richardson elegant und klug verkörpert. Schon in den ersten Szenen wird deutlich, wie zärtlich das Paar einander verbunden war – trotz aller Widrigkeiten.

Verkörpert wird Churchill von dem britischen Schauspieler Brian Cox. Körperlich ähnlich stark wie der Politiker, spielt er diese Rolle großartig, überzeichnet nicht und bringt ihn uns auf angenehme Weise nahe.

Churchill, hier: Winston Churchill (Brian Cox) und Clementine Churchill (Miranda Richardson); © SquareOne/Universum
Winston Churchill (Brian Cox) und Clementine Churchill (Miranda Richardson); © SquareOne/Universum

Das Leben von Churchill bietet natürlich großartigen Filmstoff. Aber davon abgesehen spiegelt dieses Drama womöglich auch unsere Sehnsucht nach charismatischen Führungspersönlichkeiten, die wir zunehmend vermissen.

Christine Deggau, kulturradio

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