King Arthur – The Legend of the Sword mit Charlie Hunnam; © Warner Bros.
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Abenteuer - "King Arthur – The Legend of the Sword"

Bewertung:

Guy Ritchie wagt einen düsteren Remix, dem der Humor und die schlagfertigen Dialoge, die man von ihm erwartet, fast vollständig fehlen.

Bekannt geworden ist der britische Regisseur Guy Ritchie mit explosiv flippigen Kriminalfilmen wie "Bube, Dame, König, Gras", "Snatch" und "Rock 'n' Rolla". Nachdem der Brite bereits dem viktorianischen Detektiv Sherlock Holmes einen Frischekick verpasst hat, nimmt er sich jetzt die mittelalterliche Artus-Sage vor, in "King Arthur: The Legend of the Sword".

Vor gut zehn Jahren hat sich bereits der Amerikaner Antoine Fuqua an einer modernen Version der britischen Artus-Legende versucht. Nun wagt Guy Ritchie einen ähnlich düsteren Remix, dem der Humor und die schlagfertigen Dialoge, die man von ihm erwartet, fast vollständig fehlen. Aber die rastlose Ästhetik, für die er bekannt ist, kommt nun auch im Mittelalter zum Einsatz.

In rasantem Schnittstakkato schreddert er das Zeitkontinuum mit Rückblendenfetzen. Es gibt gelegentlich malerische Zeitlupen, aber vor allem rasante Zeitraffer. Die Handlung wird von aggressiv hämmernden Beats vorangetrieben und dazu kommt jede Menge Budenzauber aus dem Computer. Das magische Schwert Excalibur, mit dem der rechtmäßige König Britanniens identifiziert wird, mutiert dabei zum Superhelden-Gimmick.

Ritchie macht die Artus-Sage zum Fantasy-Actionabenteuer, das vor allem auf visuelle Opulenz setzt – mit fantastischen Fabelwesen wie einer monströsen Riesenschlange, einem wabernden Wasserschlangen-Oktopus und gigantischen Kriegselefanten, mit oft grandiosen Bildern, in denen sich die Kamera wie ein Adler über die mythischen Landschaften von Wales und Schottland schwingt, mit stimmungsvoll düsteren Höhlen und verwinkelten Burgarchitekturen.

King Arthur – The Legend of the Sword mit Jude Law; © Warner Bros.
Jude Law; © Warner Bros. | Bild: Warner Bros.

Bisweilen auch enervierend

Inhaltlich folgt der Film der klassischen Artus-Sage nur lose. Arthur ist zunächst ein kleiner Junge, der nach der Ermordung seines Vaters durch dessen Bruder Vortigern (Jude Law) traumatisiert in einem Boot entkommen kann und danach in der Londoner Gosse von Prostituierten großgezogen wird, ohne von seiner königlichen Bestimmung zu wissen.

Fast widerwillig schließt er sich den zukünftigen Rittern der Tafelrunde an, um der Schreckensherrschaft des mörderischen Onkels mit Hilfe einer mysteriösen Magierin ein Ende zu setzen. Dem Bilderbombast setzt der britische Schauspieler Charlie Hunnam als King Arthur eine physische Präsenz mit gelegentlich aufblitzendem, jungenhaftem Charme entgegen. Jude Law, der in Guy Ritchies Sherlock Holmes-Verfilmungen bereits den Dr. Watson gespielt hat, wirkt als korrupter, schurkischer Königsbruder ein wenig zu edel.

Regisseur und Co-Drehbuchautor Ritchie setzt vor allem auf mitreißende Energie und opulenten Fantasy-Bombast, mit dem er ein jüngeres Publikum für den mittelalterlichen Stoff begeistern will. Sein moderner Remix dieser klassischen Geschichte ist kurzweilig, aber in seinem Überwältigungsgestus bisweilen auch enervierend.

Anke Sterneborg, kulturradio

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