"Der wunderbare Garten der Bella Brown"; © NFP marketing & distribution* 2017
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Komödie - "Der wunderbare Garten der Bella Brown"

Bewertung:

Eine leichte, unbeschwerte Komödie aus England, die nicht kitschig ist, die Spaß macht und ein bisschen das Herz rührt.

Die Engländer lieben ihren Garten. Davon zeugen nicht nur die berühmten Parkanlagen der großen englischen Schlösser, sondern auch jede Menge große und kleine Privatgärten überall auf der Insel. Was aber, wenn man keine Lust hat auf Gartenarbeit? Wenn man gar Angst hat vor der Natur? Diese Frage beantwortet der Film "Der wunderbare Garten der Bella Brown" von Simon Aboud.

"Der wunderbare Garten der Bella Brown"; © NFP marketing & distribution* 2017
Alfie (Tom Wilkinson) & Bella (Jessica Brown Findlay); © NFP marketing & distribution* 2017

Isolation & Außenwelt

Die Titelheldin (Jessica Brown Findlay) lebt in selbstgewählter Isolation in einem kleinen Reihenhäuschen in einer nicht näher bezeichneten Kleinstadt. Weil sie ihrem Talent als Kinderbuchautorin nicht so recht traut, arbeitet sie als Aushilfe in der örtlichen Bibliothek, geht ihren Mitmenschen weitestgehend aus dem Weg und bereitet sich abends ein karges Essen aus Fertigprodukten und Konservendosen.

"Der wunderbare Garten der Bella Brown"; © NFP marketing & distribution* 2017
Billy (Jeremy Irvine) und Bella (Jessica Brown Findlay); © NFP marketing & distribution* 2017

Hin und wieder allerdings dringt die Außenwelt in ihre Schutzhülle ein: Da ist ihre gestrenge Chefin Mrs. Bramble (Anna Chancellor), das ist der schrullige Erfinder Billy (Jermey Irvine), der ihr am Arbeitsplatz schöne Augen macht und der freundliche Koch Vernon (Andrew Scott) – und da ist vor allem Alfie (Tom Wilkinson), ihr grantiger Nachbar, der sich an ihrem verwilderten Garten stört.

Ankommen im Leben

Eigentlich müsste der mal richtig aufgeräumt werden, doch Bella Brown ist dazu nicht in der Lage. Seit sie Baby mal im Park ausgesetzt wurde, ist sie stark traumatisiert und hat Angst vor jeder Art von Grünzeug. Um aber im Leben anzukommen – so die Moral des Films - muss sie nicht nur ihren grünen Daumen finden, sie muss vor allem ihre Hemmungen überwinden und sie muss sich ihren Mitmenschen und der Welt gegenüber öffnen.

"Der wunderbare Garten der Bella Brown"; © NFP marketing & distribution* 2017
Vernon (Andrew Scott); © NFP marketing & distribution* 2017

Parallelen zu Amelie

"Der wunderbare Garten der Bella Brown" ist ein Film, der nicht nur vom Titel her stark an Jean-Pierre Jeunets „Fabelhafte Welt der Amelié“ erinnert. In beiden Filmen steht eine schrullige junge Frau im Zentrum der Geschichte, die sich mit ihrer prosaischen Umwelt auseinander setzen muss. Beide Regisseure setzen auf einen märchenhaften Erzählton, auf kleine inszenatorische Gags am Rande und auf einen verspielt- romantischen Soundtrack.

Und auch wenn weder Simon Aboud als Regisseur noch Jessica Brown Findlay als Hauptdarstellerin zu 100 % an den naiven Charme der Original-Amelié herankommen: "Der wunderbare Garten der Bella Brown" ist eine leichte, unbeschwerte Komödie aus England, die nicht kitschig ist, die Spaß macht und ein bisschen das Herz rührt - das ist schon eine ganze Menge!

Carsten Beyer, kulturradio

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