Dries © 2017 PROKINO Filmverleih GmbH
© 2017 PROKINO Filmverleih GmbH | Bild: 2017 PROKINO Filmverleih GmbH

Dokumentarfilm - "Dries"

Bewertung:

Farben, Formen, Texturen - Ein ganzes Jahr lang hat Holzemer die Entstehung von vier Kollektionen begleitet. Eine Augenweide nicht nur für passionierte Fashionistas.

Der belgische Modeschöpfer Dries van Noten gehört zu den berühmtesten Couturiers der Welt mit einer ebenso eigenwilligen wie tragbaren Mode, deren Einzelteile frei kombinierbar sind mit vielen folkloristischen Einflüssen aus Indien, Marokko oder Osteuropa. Im Unterschied zu vielen seiner Kollegen ist Dries van Noten kein Paradiesvogel, sondern ein eher scheuer, ernster  Mann. Insofern ist es etwas Besonders, dass er jetzt in dem Film "Dries" nach bald  dreißig Jahren im Modegeschäft und über 100 Kollektionen zum ersten Mal Einblick in die kreativen Prozesse seiner Arbeit gewährt.

Der deutsche Regisseur Reiner Holzemer hat sich in den letzten Jahren vor allem auf Dokumentationen über Fotografen wie William Eggleston oder August Sander konzentriert. Im Zusammenhang mit einem Film über den deutschen Fotografen Jürgen Teller hat er Dries van Noten kennengelernt und konnte den eher scheuen Modemacher für sein Projekt gewinnen, das eine Art Resümee seines bisherigen Schaffens ist.

Dries © 2017 PROKINO Filmverleih GmbH
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Eine Augenweide

Ein ganzes Jahr lang hat Holzemer die Entstehung von vier Kollektionen begleitet. Man sieht van Noten im demokratischen Austausch mit seinen Mitarbeitern, bei der handwerklichen Arbeit mit Stoffmustern und Schnitten und bei der Anprobe und den Vorbereitungen für die Modeschauen. Zwischendring sitzt der stille Meister vor Projektionen ausgewählter Defilées, die sich mit kurzen Kommentaren versehen zu einer losen Entwicklungsgeschichte fügen. Neben kleinen Exkursionen in die Manufakturen, etwa in Indien oder Italien gibt es auch eine Home Story  auf dem wunderschönen Landsitz, den van Noten mit seinem Geschäfts-und Lebenspartner bewohnt. Wenn er im Garten Blumen und Gräser pflückt und dann im Haus in vielen kleinen und großen Vasen verteilt, wird deutlich in welchem Maße  er nicht nur als Modeschöpfer, sondern auch als Mensch von Stil Ästhetik, Farben und Texturen geprägt ist.

Eine Augenweide ist der Film nicht nur für passionierte Fashionistas, sondern für jeden, der Farben, Formen, Texturen liebt, und interessante Menschen mit besonderen Lebensentwürfen.

Anke Sterneborg, kulturradio

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