"Baby Driver"
2017 Sony Pictures Releasing GmbH
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Action-Thriller - "Baby Driver"

Bewertung:

Der Action-Thriller von Edgar Wright riecht regelrecht nach Kult-Film.

Egal ob "Bonnie and Clyde", "Ocean's Eleven" oder "Lola rennt" – Filme über Banküberfälle (sogenannte "Heist- Movies") sind für das Action- Kino der letzten 50 Jahre ein großes Thema. Der Plan, die Ausführung und die anschließende Verfolgungsjagd – all das verspricht Spannung und Nervenkitzel. Dabei genießen die Bankräuber oft größere Sympathien als ihre Jäger. Schließlich umgibt sie eine Aura von Freiheit und Unabhängigkeit.

"Baby Driver"
© 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Der britische Regisseur Edgar Wright macht in seinem neuen Film "Baby Driver" nun allerdings nicht die Bankräuber selbst, sondern den Fahrer ihres Fluchtautos zur Hauptfigur: Baby Driver (Ansel Elgort) ist der beste und abgebrühteste Autofahrer in seiner Heimatstadt Atlanta.

Mit seiner Sonnenbrille und seinem Pokerface erinnert er – vermutlich nicht ganz zufällig – an den jungen Robert de Niro aus Martin Scorseses "Taxi Driver". Mit Anfang 20 hat er schon alle Tricks drauf: Er kennt die besten Fluchtrouten, er hat vor nichts und niemand Angst und er kann sein Auto - wenn's sein muss – mit 180 Sachen auf einer Briefmarke wenden.

"Baby Driver"
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Rasender Autist

Bei seinen atemberaubenden Verfolgungsfahrten lässt Baby Driver sich von der Musik leiten. Als kleines Kind  hat er seine Eltern bei einem Autounfall verloren. Seitdem spricht er nur noch das Nötigste und hört stattdessen permanent Musik auf seinem iPod, um einen starken Tinnitus zu übertönen.

Seine Bankräuber- Kollegen Bats (Jamie Foxx), Buddy (Jon Hamm) und Darling (Eiza Gonzalez) sind von dieser Marotte allerdings wenig begeistert. Ihnen wird der rasende Autist, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt, zunehmend unheimlich.

Ausgerechnet der letzte große Coup, zu dem Gangster-Boss Doc (Kevin Spacey) ihn überredet, geht schief. Statt einem geplanten Roadtrip mit seiner Flamme Debora (Lily James) steht für Baby nun eine wilde Hatz ums eigene Leben auf dem Programm. Dabei sind ihm nicht nur alle Streifenpolizisten von Atlanta, sondern auch die ehemaligen Kollegen auf den Fersen.

"Baby Driver"
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Die richtige Musik

Mit viel Rasanz und einem guten Gespür für die richtige Musik hat Edgar Wright seine Story umgesetzt. Ob das nun kalifornischer Surfsound von den Beach Boys ist, lässiger Jazz von Dave Brubeck oder der titelgebende Folk-Song von Simon & Garfunkel – der Soundtrack auf Babys iPod ist perfekt ausgesucht und treibt die Geschichte vor sich her. Dabei spielt Wright gekonnt mit den Klischees des Genres und lässt seinen Darstellern Raum für selbstironische Gags. "Baby Driver" riecht regelrecht nach Kult-Film. Wer weiß? Vielleicht nennt man Edgar Wright ja in ein paar Jahren in einem Atemzug mit seinem großen Vorbild Quentin Tarantino ...

Carsten Beyer, kulturradio

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