Valerian: Die Stadt der tausend Planeten
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Science Fiction - "Valerian: Die Stadt der tausend Planeten"

Bewertung:

Alles in allem ein überbordend grandioses Fantasie-Spektakel, das man gut mehrmals sehen kann, um all diese Wunder nur annähernd zu erfassen!

Es ist ein echtes Herzensprojekt, das der französische Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Luc Besson über 20 Jahre lang verfolgt hat, die Verfilmung des französischen Kult-Comics "Valerian und Laureline". Das Science Fiction-Epos aus den 60er Jahren hat das Genre mit seinen überbordenden Fantasien nachhaltig inspiriert. Mit fast 200 Millionen Euro Produktionskosten ist "Valerian" der teuerste Film geworden, der jemals in Europa produziert wurde. Die Titelrollen sind mit Dane DeHaan und Cara Delevigne nicht übermäßig prominent besetzt.

Der geeignete Zeitpunkt

Schon vor 20 Jahren, als der Illustrator des Comics, Jean Claude Méziéres als Produktionsdesign-Ratgeber an Luc Bessons erstem großen Science Fiction Abenteuer "Das fünfte Element" beteiligt war, hatte er eine Verfilmung angeregt. Doch Besson hielt die technischen Möglichkeiten noch nicht für ausgereift genug, um dieses wahnwitzige Agenten-Abenteuer auf einer Reise durch Raum und Zeit annähernd angemessen umsetzen zu können. Erst als 2009 James Camerons "Avatar" eine neue Dimension der digitalen Tricktechnik eröffnete, war der Zeitpunkt gekommen.

Valerian: Die Stadt der tausend Planeten
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Atemraubend beeindruckendes Feuerwerk visueller Ideen

Meistens ist es eher peinlich, wenn sich europäische Produktionen an amerikanischen Maßstäben versuchen, doch "Valerian" ist ein atemraubend beeindruckendes Feuerwerk visueller Ideen mit wundersamen Welten, etwa ein futuristisches Strand-Paradies, das von langgestreckten Wesen mit perlmuttschimmernder Haut bevölkert wird, oder auch der künstliche Exilplanet Alpha, der wie ein riesiger, düsterer, kubistischer Körper aussieht. Bevölkert sind diese Welten von irrwitzigen Kreaturen und Menschen in ausgefeilten Kostümen.

Valerian: Die Stadt der tausend Planeten
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Die Geschichte

Während die Kritiker nahezu unisono von der sprühenden Imaginationskraft schwärmen, bemäkeln sie das Fehlen einer stringenten Dramaturgie. Doch im Kern erzählt der Film eine einfache Geschichte, die sich wie ein roter Faden durch die üppig wuchernden Welten zieht.

Valerian und Laureline sind Agenten in einer intergalaktischen Föderation, die nur deshalb so ähnlich aussieht wie in "Star Wars", weil sich auch George Lucas schon von diesen Comics inspirieren ließ. Die beiden haben den Auftrag, eine kleine Echse zu finden, einen sogenannten Transmutator, der eine Art Friedensstifter ist.

Im Laufe ihrer Mission bekommen sie allerdings Zweifel an den Motiven ihres Commanders (Clive Owen), sie kommen einem Genozid auf die Spur und müssen auf der rasanten Flucht durch bizarre Welten nicht nur unzähligen Gefahren trotzen, sondern auch entscheiden, ob sie blind die Regeln folgen, oder ihrem eignen Gewissen. Ähnlich wie in "Avatar" gibt es auch hier ein Paradies, das gerettet werden muss, das heißt, hinter diesem ganzen Spektakel geht es schon auch um die großen Themen unserer Zeit.

Valerian: Die Stadt der tausend Planeten
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Im Laufe ihrer Mission bekommen sie allerdings Zweifel an den Motiven ihres Commanders (Clive Owen), sie kommen einem Genozid auf die Spur und müssen auf der rasanten Flucht durch bizarre Welten nicht nur unzähligen Gefahren trotzen, sondern auch entscheiden, ob sie blind die Regeln folgen, oder ihrem eignen Gewissen. Ähnlich wie in "Avatar" gibt es auch hier ein Paradies, das gerettet werden muss, das heißt, hinter diesem ganzen Spektakel geht es schon auch um die großen Themen unserer Zeit.

Die Besetzung

Obwohl der Film anders als der Comic nur "Valerian" heißt, und nicht "Valerian und Laureline", ist die von Cara Delevingne vielschichtig gespielte Heldin Laureline die viel stärker konturierte Figur, gegen die der von Dane DeHaan gespielte Valerian wie ein blasser Junge wirkt. Laureline ist treibende Kraft und moralischer Kompass der Geschichte und steht damit in der Luc Besson-Tradition starker Frauen, deren Namen schon die Titel von Filmen wie "Nikita", "Lucy" oder "Johanna von Orleans" prägten.

Valerian: Die Stadt der tausend Planeten
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In Nebenrollen tragen berühmte Schauspieler wie Clive Owen, Ethan Hawke, und Musiker wie Herbie Hancock und die Sängerin Rihanna zur reichen Textur des Films bei, vor allem Rihanna als Verwandlungskünstlerin, die ganz in ihrem Bühnenelement ist, wenn sie an der Tanzstange alle Muster der Verführung durchspielt, als Krankenschwester, Geisha, Schulmädchen, während sie in Wirklichkeit eine blaue Qualle ist. Also alles in allem ein überbordend grandioses Fantasie-Spektakel, das man gut mehrmals sehen kann, um all diese Wunder nur annähernd zu erfassen!

Anke Sterneborg, kulturradio

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