Dalida (Sveva Alviti); © Luc Roux
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Filmbiografie - "Dalida"

Bewertung:

Annäherung an einen Star von Gestern: Sie war einer der Superstars der Fünfziger- und Sechzigerjahre – die Sängerin Iolanda Cristina Gigliotti, besser bekannt als Dalida.

150 Millionen Platten hat sie im Laufe ihrer langen Karriere verkauft, sie hat legendäre Konzerte gegeben im Pariser Olympia und beim Festival im italienischen San Remo. Und sie hat mit ihren Affären die Klatschmagazine in ganz Europa gefüllt.

Die französische Regisseurin Lisa Azuelos ("Ein Augenblick Liebe") hat das Leben der Diva jetzt verfilmt. Ihre Dalida (großartig: Sveva Alviti) ist ein Mensch mit Stärken und Schwächen: eine große Sängerin, eine selbstbewusste und gebildete Frau mit großem Ehrgeiz. Aber auch eine Frau, die sich immer wieder von den Männern um sie herum manipulieren lässt.

Geboren 1933 in Ägypten, muss sie als Kind mit ansehen, wie ihr Vater im 2. Weltkrieg ins Internierungslager geschickt wird. Von diesem Schicksalsschlag, so suggeriert es der Film, erholt sie sich nie mehr wirklich. Ihr ganzes späteres Leben, ihre Sehnsucht nach Anerkennung, ihre vielen Affären, ihr tragischer Tod durch eine Überdosis Schlafmittel – all das war nur die vergebliche Suche nach der Liebe, die sie als Kind vermisst hat.

Dalida (Sveva Alviti) und Richard Chanfray (Nicolas Duvauchelle); © Luc Roux
Dalida (Sveva Alviti) und Richard Chanfray (Nicolas Duvauchelle); © Luc Roux

Große Aufmerksamkeit schenkt Azuelos aber auch Dalidas Rolle als "öffentliche" Frau, als einer der ersten Stars, denen dieses zweifelhafte Privileg zu Teil wurde. Darunter hat sie sehr gelitten – trotz all ihrer Erfolge und trotz ihres Ruhms war Dalida nämlich eigentlich ein sehr privater Mensch. Zu viel Aufmerksamkeit, zu viel Anerkennung machen nicht etwa glücklich, sondern sie führen im Gegenteil zu Paranoia, zu Einsamkeit und in ihrem Fall sogar zum Selbstmord, so lautet das traurige Fazit.

Doch der Film zeigt nicht nur die dunklen Seiten von Dalidas Leben, sondern er lässt auch ihre größten Hits noch einmal Revue passieren: "Bambino", "Ciao Amore" oder "Gigi l‘amoroso" – sie alle tauchen auf, auch einige der Songs aus den Siebzigerjahren, als sich Dalida bei einem Comeback recht erfolgreich im Disco-Genre versuchte. Dabei werden die Stücke nicht einfach nur aneinandergereiht, sondern sie werden von Kameramann Antonie Sanier so inszeniert, dass man sieht, wie sehr sie mit dem Leben der Sängerin zusammenhingen.

Lisa Azuelos Filmbiografie ist eine gelungene Annäherung an einen Star von Gestern: Ein Film nicht nur für Dalida-Fans, sondern auch für Leute, die gerne mal hinter die Fassade eines Glamour-Lebens gucken möchten.

Carsten Beyer, kulturradio

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