"Der dunkle Turm", © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH
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Kinofilm - "Der dunkle Turm"

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In seinem achtbändigen Romanzyklus "Der Dunkle Turm" verbindet der amerikanische Bestsellerautor Stephen King Western-, Horror- und Science Fiction-Elemente zu einer epischen Fantasy-Saga, die lange als unverfilmbar galt.

Nachdem bereits so prominente Namen wie Lost-Regisseur J.J Abrams, Frank Darabont und Ron Howard im Gespräch waren, wagt sich nun der Däne Nicolaj Arcel an das Mammutprojekt, das mit Matthew McConaughey und Idris Elba prominent besetzt ist. Auf der Berlinale hat Nicolaj Arcel mit seinem Kostümdrama "Die Königin und der Leibarzt" vor fünf Jahren mit einem völlig anderen Stoff den silbernen Bären gewonnen.

Im ersten Film der geplanten Trilogie wird das komplexe Universum aus verschiedenen miteinander verbunden Welten etabliert. Im Zentrum steht der zwölfjährige Jake Chambers, der nach Tod seines Vaters von düsteren Alpträumen heimgesucht wird. Die Flut von  Zeichnungen, die er davon wie besessen anfertigt, verbinden sich zu einer dystopischen Welt, mit dem dunklen Turm als letzte Bastion im Kampf gegen die finsteren Mächte des Bösen. Der mythische Mann in Schwarz (Matthew McConaughey) setzt alles daran, ihn durch die Kräfte von Kindern mit besonderen Fähigkeiten zum Einsturz zu bringen. Sein einziger Widersacher ist ein Revolverheld, den zunächst vor allem Rachegelüste auf den Mörder seines Vaters antreiben.

Kinderträume als Schleuse für das Böse

Traum und Realität der verschiedenen Welten sind auf mehreren Ebenen durchlässig, ähnlich wie in den "Nightmare on Elm Street"-Horrorfilmen werden die Träume der Kinder zur Schleuse für das Böse. Als Jakes Seelenzustand in einem Krankenhaus untersucht werden soll, erkennt er in den Ärzten die Bösen aus seinen Träumen und flieht über ein geheimes Portal in die parallele Mittwelt, wo er auf den Gunslinger trifft, einen mythischen Westernloner, (Idris Elba) der sich nur widerwillig auf den Jungen einlässt - Gemeinsam gehen sie in den Kampf zwischen Gut und Böse.

"Der dunkle Turm"; © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH
"Der dunkle Turm" © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Beeindruckende Welten trotz minimalem Budget

Fans warten seit vielen Jahren auf die Verfilmung dieses Magnum Opus von Stephen King, doch das Ergebnis wurde von den Kritikern als Ramschware verhöhnt. Mit einem für Hollywood-Verhältnisse minimalen Budget von 60 Millionen Dollar verwirklicht, entwickelt das Prestige-Projekt einen gewissen B-Movie-Flair, der allemal sympathischer ist als die hochgetunten Effekteschlachten, die sonst im Blockbuster-Kino die Löcher mit Budenzauber und Leuchtexplosionen stopfen. Man sollte den ersten Film der Serie als Erzählungsgerüst begreifen, das nun gefüllt werden muss. In beeindruckenden Welten, mit zwei magnetischen Hauptdarstellern und einem seelenvollen Kinderdarsteller bietet "Der dunkle Turm" einen unterhaltsamen Wechsel zwischen Noir-Thriller, dystopischer Science Fiction, lakonischer Buddykomödie und fast altmodischem Spaghetti- Western.

Anke Sterneborg, kulturradio

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