Filmstill: Die göttliche Ordnung
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Spielfilm - "Die göttliche Ordnung"

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Es ist wirklich kaum zu glauben, in der Schweiz wurde das Frauenwahlreicht tatsächlich erst 1971 eingeführt. Der letzte schweizerische Kanton folgte sogar erst 1990. Genau darüber hat Petra Volpe jetzt einen Spielfilm gedreht, unter anderem mit Marie Leuenberger und Maximilian Simonischek.

Die göttliche, durch die Bibel beglaubigte Vorherrschaft des Mannes wird zwischen Ernst und Ironie, zwischen Drama und Komödie aufs Korn genommen. Am Anfang stehen grobkörnig unruhige Bilder aus dem Summer of Love, mit Hippie Happenings, Flower Power und sexueller Revolution: alles ist in Bewegung. Dann ein harter Schnitt aufs idyllische Bergdörfchen in der Schweiz, in dem die Zeit scharf konturiert still steht.

Waschen, putzen und kochen

Erzählt wird die Emanzipationsgeschichte aus der Perspektive der jungen Mutter Nora (Marie Leuenberger) die scheu und unscheinbar als Hausfrau mit Mann,  zwei kleinen Söhnen und einem grantigen Schwiegervater lebt. Als Nora eine Anzeige für einen Job als Sekretärin sieht, keimt in ihr der Wunsch auf, etwas anderes zu tun als immer zu waschen, putzen und kochen. Eine fortschrittliche Idee mit der sie bei ihrem Mann auf Granit beißt. Als sie dann in eine Kundgebung fürs Frauenwahlrecht gerät, beginnt das von Männern dominierte Weltbild langsam zu wanken, zusätzlich befeuert von einer jungen Italienerin, die ohne Mann eine Pizzeria eröffnet.

Während sich das eine Lager der Frauen in einem Aktionskomitee gegen die "Verpolitisierung der Frau" engagiert, regt sich im anderen der Widerstand gegen die "göttliche Ordnung". Spätestens als sie gegen ihre sturen Männer in den Streik treten, entsteht auf dem Dachboden der Pizzeria so etwas wie ein verspätetes 68er-Happening, eine sinnliche und emotionale Warmherzigkeit.

Charmante Emanzipationsgeschichte

Die weltabgewandte Fremdartigkeit des Szenarios wird durch das mit Untertiteln versehene Schwyzerdütsch der Region verstärkt. "Die göttliche Ordnung" ist eine  europäische Emanzipationsgeschichte im augenzwinkernd charmanten Retrolook, in der ein fernes Echo auf die Regionen der Welt nachklingt, in denen die Rechte der Frauen auch heute noch stark beschnitten sind.

Anke Sterneborg, kulturradio

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