"Tulpenfieber" © 2017 PROKINO Filmverleih GmbH
Bild: "Tulpenfieber" © 2017 PROKINO Filmverleih GmbH

Kinofilm - "Tulpenfieber"

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Der britische Regisseur Justin Chadwick hat für “Tulpenfieber“ einen Roman seiner Landsfrau Deborah Moggach verfilmt. Die Geschichte vom ersten Börsencrash in der Geschichte der Menschheit ist dabei mehr als nur ein Backdrop, um eine ménage à trois im Amsterdam des frühen 17. Jahrhunderts zu erzählen.

Im Amsterdam des frühen 17. Jahrhunderts floriert der An – und Verkauf von Tulpen und Tulpenzwiebeln. Bei Auktionen in den Hinterzimmern städtischer Kneipen werden astronomische Preise erzielt. Auch der wohlhabende Kaufmann Cornelis Sandvoort (Christoph Waltz) ist auf diesem Markt aktiv. Wichtiger noch als wirtschaftlicher Erfolg ist es ihm aber, endlich einen Nachkommen in die Welt zu setzen. Deshalb hat er vor einigen Jahren das Waisenmädchen Sophia (Alicia Vikander) zu Frau genommen. Doch obwohl sich Cornelis redlich bemüht, will sich der ersehnte Nachwuchs einfach nicht einstellen.

Stattdessen verliebt sich seine junge Frau in den Maler Jan van Loos (Dane DeHaan), den Cornelis beauftragt hat, ihr Portrait zu malen. Zwischen den Beiden beginnt eine leidenschaftliche Affäre. Jan und Sophia beschließen aus Amsterdam zu fliehen, und in Ostindien ihr Glück zu versuchen. Dabei soll ihnen Sophias Dienstmädchen (Holliday Grainger) helfen und die „Admiral Maria“ , eine seltene Tulpenzwiebel, die der Maler durch Zufall in seinen Besitz gebracht hat. Doch dann brechen die Preise für Tulpen dramatisch ein und der schöne Plan droht zu scheitern...

"Tulpenfieber" © 2017 PROKINO Filmverleih GmbH
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Das menschliche Schicksal im Auf und Ab

Der britische Regisseur Justin Chadwick hat für “Tulpenfieber“ einen Roman seiner Landsfrau Deborah Moggach verfilmt. Die Geschichte vom ersten Börsencrash in der Geschichte der Menschheit ist dabei mehr als nur ein Backdrop für die Amsterdamer ménage à trois.
So wie am Markt die Kurse auf- und niedersteigen, so ist auch das menschliche Schicksal einem ständigen Auf und Ab unterworfen. Wer heute zu den Gewinnern zählt,
kann schon morgen ein Verlierer sein und umgekehrt: Der Fischhändler wird zum Börsenhai, die Äbtissin des Klosters wird zur Tulpen-Züchterin – und sogar die Freudenmädchen lassen sich ihre Dienste lieber in Anteilsscheinen bezahlen als in bar.

Unerfüllte Wünsche, verbotene Leidenschaften

Oscar- Preisträger Christoph Waltz ist hier mal nicht als überlegener Charmeur zu sehen, sondern als bemitleidenswerter Ritter von der traurigen Gestalt. Obwohl Cornelis jeden Abend bei seiner jungen Frau seinen “kleinen Soldaten“ stramm stehen lässt, kann er es nicht verhindern, dass die ihn wegen eines jüngeren Mannes verlässt.

Doch auch Sophia, gespielt von der ebenfalls Oscar- prämierten Alicia Vikander, findet nicht das große Glück: Hin – und hergerissen zwischen dem Pflichtbewusstsein gegenüber ihrem Ehemann und ihrer verbotenen Leidenschaft zu dem jungen Maler steht sie am Ende mit leeren Händen da.

Carsten Beyer, kulturradio

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