Auguste Rodin © Wild Bunch Germany
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Drama | Biografie - "Auguste Rodin"

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Glaubwürdig und schillernd gespielt wird Rodin von Vincent Lindon, der zur Vorbereitung mehrere Monate als Bildhauer gearbeitet hat. Doillons Film bietet einen vielschichtigen Einblick ins Atelier von Rodin.

Egon Schiele, Paul Cezanne, William Turner, Paula Modersohn Becker, Alberto Giacometti: Derzeit häufen sich die Filme über bildende Künstler, und in den seltensten Fällen hangeln sie sich noch chronologisch an den Lebensdaten entlang. Bei "Final Portrait", etwa, der vor zwei Wochen bei uns gestartet ist und noch in den Kinos zu sehen ist, war der Blick auf die 18 Tage verengt, in denen Giacometti sein letztes Portrait zeichnete.  Nun kommt ein Film über Auguste Rodin in unsere Kinos, gedreht von dem französischen Altmeister Jacques Doillon, mit Vicent Lindon in der Titelrolle.

Impressionistischen Ansatz

Auch er erzählt nicht das ganze Leben, sondern klinkt sich mitten in den Alltag im Atelier ein, als Rodin bereits ein arrivierter Künstler war, der mit 40 Jahren den ersten Staatsauftrag bekommt: das Bronzeportal für das Musée d’Arts Decoratifs in Paris, das sogenannte Höllentor nach Motiven aus Dantes göttlicher Komödie. Über rund 20 Jahre hinweg begleitet der Film die Entstehung dieses aus rund 300 Einzelskulpturen - darunter auch der Denker – bestehenden Monumentalwerks sowie einer großen Skulptur des Schriftstellers Honoré de Balzac. Dabei verfolgt Doillon einen fast impressionistischen Ansatz, in dem zwischen den einzelnen Szenen oft Monate oder sogar Jahre liegen.

Auguste Rodin © Wild Bunch Germany
"Die Herberge zum Drachentor" © Taiwan Film Institut/ Rapid Eye Movies

Ebenbürtiges Künstlerpaar

Der inzwischen über Siebzigjährige Doillon ist vor allem mit Filmen über Jugendliche bekannt geworden, die mit dem Erwachsenwerden ringen. Ursprünglich wurde er von zwei Filmproduzenten gefragt, ob er anlässlich des hundertsten Todestages von Rodin eine Dokumentation über den berühmten Bildhauer drehen wolle. Bei den Recherchen dafür wurde ihm jedoch bald klar, dass er Schauspieler braucht, um dieses Projekt umzusetzen. Anders als der Ende der achtziger Jahre entstanden Film über die Bildhauerin Camille Claudel mit Isabelle Adjani und Gerard Depardieu, sieht Doillon Rodin nicht als Verantwortlichen für das Abdriften der Bildhauerin in den Wahnsinn. Er zeigt die beiden als ebenbürtiges Künstlerpaar, das sich im Atelier gegenseitig inspiriert  und fördert.

Vielschichtiger Einblick

Glaubwürdig und schillernd gespielt wird Rodin von Vincent Lindon, der zur Vorbereitung mehrere Monate als Bildhauer gearbeitet hat. Er spielt weniger polternd und animalisch als einst Depardieu, mit einer eher fließenden Energie, die Doillon wie immer mit zwei Kameras einfängt.  Sein Rodin ist ein sinnlicher, impulsiver, leidenschaftlicher Künstler, der die Welt immer wieder mit den Händen ertastet, um sie auf Lehm, Marmor oder Bronze zu übertragen. Im Kontrast zum kreativen Chaos im vollgestopften Atelier von Giacometti, das in "Final Portrait" zu sehen ist, ist Rodins weitläufiges Atelier luftig hell und ordentlich. So bietet Doillons Film einen vielschichtigen Einblick ins Atelier von Rodin, der wesentliche Impulse für die moderne Skulptur gegeben hat.

Anke Sterneborg, kulturradio

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