Stephen King: Es © 2017 Warner Bros. Entertainment inc. And Ratpac-Dune Entertainment Ilc.
2017 Warner Bros. Entertainment inc. And Ratpac-Dune Entertainment Ilc.
Bild: 2017 Warner Bros. Entertainment inc. And Ratpac-Dune Entertainment Ilc.

Thriller - "Es"

Bewertung:

Der Film "Es" ist sicher nichts für schwache Nerven. Selbst Stephen King, der Autor der Buchvorlage, soll sich bei der neuen Verfilmung des Clownshorrors gegruselt haben. Anke Sterneborg auch?

"Carrie", "Friedhof der Kuscheltiere", "The Shining", "Der Turm": Das sind nur einige der bekanntesten von mehr als 70 Romanen, die Stephen King seit den Siebziger Jahren geschrieben hat, viele davon Vorlagen für legendäre, aber auch für ziemlich trashige Filme. In diesem Jahr ist Stephen King 70 geworden, Anlass für eine Fülle neuer Verfilmungen. Nachdem kürzlich "Der Turm" in unsere Kinos kam, folgt jetzt eine neue Verfilmung von "Es", dem 1500 Seiten starken Roman über sieben Außenseiter-Kinder einer amerikanischen Kleinstadt, die das mysteriöse Böse bekämpfen, das in der Kanalisation des Ortes lauert. Der Roman wurde in den Neunziger Jahren schon einmal verfilmt, als zweiteilige TV-Miniserie mit Tim Curry in der Rolle des bösen Clowns Pennywise. Jetzt kommt eine neue Verfilmung des Argentiniers Andy Muschietti in unsere Kinos.

Stephen King: Es © 2017 Warner Bros. Entertainment inc. And Ratpac-Dune Entertainment Ilc.
Bild: 2017 Warner Bros. Entertainment inc. And Ratpac-Dune Entertainment Ilc.

Zeitlos und nostalgisch

Muschietti hat die Doppelstruktur von Stephen Kings Romanvorlage aufgegeben und sich im ersten von zwei Filmen auf eine der beiden Zeitebenen konzentriert, und zwar auf das Coming of Age der Teenager, die dann erst im zweiten Teil als Erwachsene wieder in ihre Heimatsstadt zurückkehren werden. Zudem hat Muschetti die Handlung von den Fünfziger Jahren in die Achtziger verlegt, um sie näher an die Gegenwart  heranzurücken, und zugleich aber noch von Computern und Handys freizuhalten, weshalb der Film auf sehr angenehme Weise zeitlos und fast ein bisschen nostalgisch wirkt.

Stephen King: Es © 2017 Warner Bros. Entertainment inc. And Ratpac-Dune Entertainment Ilc.

Diffuse Bedrohung

Das Lebensgefühl der Jugendlichen und die Atmosphäre in der amerikanischen Kleinstadt sind liebevoll und authentisch eingefangen. Die Kinderdarsteller sind keine niedlichen Disney-Filmkinderchen mit großen Augen und Pausbacken, sondern echte, raue und unsichere Kids, die durch eine wahrhaftige Chemie verbunden sind. Von Anfang an hängt eine diffuse Bedrohung über den Bildern, wenn die Kamera einem kleinen Jungen im gelb leuchtenden Ostfriesennerz durch die verregneten, menschenleeren Straßen der Kleinstadt Derry folgt, sich mit einem kleinen Papierschiffchen im rauschenden Strom des Abwassers durch ein Loch in die dunkle Kanalisation spülen lässt.

Wenn das kalkweiß geschminkte Gesicht eines Clowns erscheint, mit seltsam deformiertem Gesicht, fleischig geschürzten Lippen, schwefelig leuchtenden Augen und dicken Hasenzähnen, durch die der Sabber aufs Kinn trieft. Bill Skarsgard, ein weiteres Mitglied des schwedischen Skarsgard-Clans, lässt den Clown Pennywise noch um Einiges bedrohlicher wirken als Tim Curry im Fernsehzweiteiler der Neunziger Jahre.

Kinosommer Retter

Nach dieser Vorgeschichte beginnt  der eigentliche Film einige Monate später, überall im Gegend hängen Vermisstenanzeigen, immer mehr Kinder verschwinden, allein  die sieben Kinder, die sich im Club der Verlierer verbünden, sind entschlossen, dem unheimlichen Bösen etwas entgegenzusetzen. Die düster brodelnde Gefahr, die in der Unterwelt haust,  wird dabei durchaus zur Metapher auslegen für das was derzeit falsch läuft in Trumps Amerika, mit der allgegenwärtigen Diskriminierung von Schwarzen, Behinderten, Schwulen und Frauen. Am Anfang dauert es ein bisschen, bis die vielen verschiedenen Geschichten und Tonlagen stringent zusammengezogen werden, aber dann formiert sich ein wunderbarer Teenager Film mit Horrorelemente, tollen Schauspielern und stimmungsvoller Atmosphäre

Die Wahl des noch weitgehend unbekannten argentinischen Regisseurs Andy Muschietti hat sich ausgezahlt, "Es" ist in Amerika vor drei Wochen enorm erfolgreich gestartet, steht seitdem auf Platz 1 der Kinocharts und schickt sich an, den schwachen Kinosommer quasi im Alleingang zu retten.

Anke Sterneborg, kulturradio

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