Jennifer Lawrence in Mother!; © Paramount Pictures
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Psychothriller - "mother!"

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Seine Weltpremiere hatte der starbesetzte Horrorfilm von Darren Aronofsky gerade erst bei den Filmfestspielen in Venedig – und fiel durch.

Jeder Film des amerikanischen Regisseurs Darren Aronofsky ist ein Trip in die subjektive Wahrnehmung von Helden, die sich als Künstler, Wissenschaftler oder Sportler immer auf einem schmalen Grat zwischen Entschlossenheit und Wahnsinn bewegen. Nach der tablettensüchtigen Heldin von "Requiem for a Dream" und der von Ehrgeiz zerfressenen Ballerina in "Black Swan" taucht er mit seinem neuen Film "mother!" zum dritten Mal in die sehr subjektive Perspektive einer Frau ein.

Psycho-Trip mit Horrorelementen

Der Hauptakteur ist in gewisser Weise ein weitläufiges, viktorianisches Landhaus, das auf seltsame Weise abgeschieden mitten in der unberührten Weite der Landschaft liegt. Außen gibt es keine Zufahrtswege, keine Autos, innen keinen Fernseher, keine Computer, keine Handys. Darin lebt ein namenloses Paar: Eine junge Frau (Jennifer Lawrence), die das Haus nach einem verheerenden Brand liebevoll restauriert, wie sie selbst sagt, zum Paradies machen will – eine von vielen biblischen Anspielungen. An ihrer Seite ein älterer Mann (Javier Bardem), ein berühmter Schriftsteller, der mit einer Schreibblockade ringt.

Der Film ist konsequent aus der Perspektive der Frau gefilmt, deren subjektive Wahrnehmung er über Kamerabewegungen, Geräusche und Musik ganz direkt auf den Zuschauer überträgt. In diese hermetische Situation dringt die Außenwelt, zunächst in Gestalt eines ebenfalls namenlosen Arztes (Ed Harris), der sich angeblich verlaufen hat. Am nächsten Tag taucht wie selbstverständlich auch seine Frau (Michelle Pfeiffer) auf. Es folgen ihre beiden erwachsenen Söhne, es kommt zum Brudermord, bald strömen Trauergäste ins Haus, das intime Paradies wird zum turbulenten Gästehaus.

Ganz langsam, zunächst kaum merklich, verwandeln sich unterschwellige Nuancen der Irritation in einen Psycho-Trip mit Horrorelementen, in dem die junge Frau hinter den Wänden des Hauses pulsierende Organe erspürt.

Wie in den meisten Filmen Aronofskys verschwimmt auch hier die Grenze zwischen sachlicher Wahrnehmung und fiebrigem Albtraum. Erneut reflektiert der Regisseur auch den eigenen Standpunkt als Künstler, der nach Anerkennung und Ruhm lechzt und zugleich mit Einschränkungen der Privatsphäre zu kämpfen hat.

Bei der Premiere auf dem Festival in Venedig wurde der Film ausgebuht und spaltet seitdem die Kritiker. Doch über weite Strecken entwickelt er einen unheimlichen Sog. Nur im letzten Drittel läuft er völlig aus dem Ruder. Aus dem leisen Psychotrip wird ein knalliges Orgien- und Mysterien-Theater, fast so als hätte der Regisseur nicht gewusst, wie er die Geister, die er gerufen hat, wieder loswird.

Anke Sterneborg, kulturradio

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