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Es gibt ihn, den Neuen Berliner. Es kann eine Frau sein, es kann ein Mann sein oder ein Kind – gleichviel; ihnen allen ist gemeinsam, dass sie von der Hauptstadt, in die sie gezogen sind, im wesentlichen nur die Bezirks-Troika Mitte - Prenzlauer Berg - Friedrichshein zu kennen scheinen, einen Ausflug zum Wannsee immer wieder verschoben haben und den Teufelsberg für eine Erfindung klerikaler Kreise halten. Diese Leute, die sich unter echten Ickes verhalten wie Touristen, frequentieren Lokale wie Monsieur Vuong in der Alten Schönhauser Straße – also einen heillos überlaufenen Ort mit ziemlich mäßigen Speisen mitten zwischen den Premium-Boutiquen der Stadt. Direkt gegenüber läuft die Gegenveranstaltung, die zwar immer noch vom Neuen Berlin und seinem unbekümmert postmodernen Charakter geprägt ist, die
jedoch um einiges entspannter sein dürfte.
Dafür sorgen im Makoto nicht nur ein ruhiger Raum zum Hof hin und natürlich sehr vernünftige Preise, sondern auch und vor allem die "gemütlichen" Nudelsuppen. Sie stechen zwar nicht hervor aus dem asiatischen Einerlei, sind aber mit jener Prise Sorgfalt gemacht, die man beinahe schon ultra-professionell nennen könnte, wenn man die Konkurrenz besieht. Naturgemäß wiederholen sich – ob nun mit Garnelen
und Muscheln, Hühnerbrust oder kurz gebratenem Schweinefleisch – die Grundgeschmäcker Sojasauce, Knoblauch (durchdringend, weil aus dem Glas), Kokos, Ingwer und Zitronengras. Nur bei Edamame fehlen sie. Dabei handelt es sich um grüne Sojabohnen, die man direkt aus der Schote zutzeln sollte, weil dann auch noch das crispy Meersalz auf der Oberfläche zur Geltung kommen kann.
Makoto: Keine Entdeckung als solche, durchaus aber an diesem Ort.
Thomas Platt, kulturradio