DaBangg, Außenansicht; © Elisabetta Gaddoni
© Elisabetta Gaddoni | Bild: Elisabetta Gaddoni

Restaurant - "DaBangg"

Bewertung:

Kleine Oase des guten Geschmacks: das koreanische Teehaus in Friedenau

Es gibt in Berlin Lokale, die nur für den schnellen Mittagstisch gedacht sind, und andere, die hingegen wie eine Art Oase anmuten: Entrückte Orte, an denen sich die Hektik des Alltags auflöst, zumindest für eine kurze Auszeit. Zu diesen letzteren gehört das kleine koreanische Teehaus "Da Bangg" in Friedenau, fast am Breslauer Platz. Klein und geschmackvoll eingerichtet, mit viel Holz und asiatischem Porzellan auf den Regalen, gliedert es sich auf zwei Etagen. Die obere ist offen, wie eine Terrasse mit Geländer, von der aus man nach unten sehen kann.

Auch oben gibt es nicht mehr als fünf kleine Tische, trotzdem sitzt man nicht zu eng, bei entspannter Stimmung und angenehmer Musik im Hintergrund. Die ist nicht störend, wie sonst fast überall, sondern sehr geschmacksvoll ausgewählt. Vielleicht liegt dies daran, dass die Gastgeberin, eine sehr freundliche koreanische Dame, ausgebildete Musikerin ist. Das erklärt auch, warum im Parterre ein Klavier steht, anstelle des obligatorischen Aquariums, wie es oft bei asiatischen Restaurants der Fall ist.

DaBangg: Bibimbap; © Elisabetta Gaddoni
© Elisabetta Gaddoni | Bild: Elisabetta Gaddoni

Eher mild als scharf

Auf der Karte steht eine Auswahl traditioneller Gerichte der koreanischen Küche, wie das marinierte gegrillte Bulgogi oder Nudelsuppen. Zum Mittagstisch wird Bibimbap empfohlen, der berühmte Reistopf mit Rindfleisch sowie rohem und gegartem Gemüse, sternförmig um ein Ei verteilt. Dazu gibt es kleine Beilagen wie Bohnen, Kimchi oder Omelettestückchen, in Schälchen serviert.

Ich hatte die Bibimbap-Variante im heißen Feuertopf, in dem alles noch für eine Weile vor sich hin brutzelt und der Reis unten eine goldene Kruste bekommt. Das rohe Ei wird mit den anderen Zutaten zusammengerührt, so dass es das Gericht schmackhaft und geschmeidig macht und das klebrige Eiweiß bei der Hitze stockt.

Das knackige, kunstvoll geschnitzte Gemüse – grüne Bohnen, Karotten, Blumenkohl, Rettich, Sojasprossen und Shitake – war auch farblich sehr geschmacksvoll zusammengestellt. Die Rindfleischstreifen waren sehr weich und leicht karamellisiert. Überraschenderweise war das Gericht sehr mild gewürzt. Wahrscheinlich überlässt man es lieber den europäischen Besuchern, den Schärfegrad zu bestimmen, mit den Soya- und Chilisaucen, die auf den Tischen stehen.

Entspannte Gastfreundlichkeit

14 Euro kostet das Bibimbap im Feuertopf: Das hört sich für ein Mittagsgericht vielleicht teuer an, aber die Portion war riesig und hätte sicher für zwei gereicht, zumal wir auch zweierlei Nachtisch hatten: sehr apart schmeckende Küchlein aus Reisteig. Diese Art Essen wirkt aber leicht und keinesfalls unangenehm sättigend, trotz der Menge.

Etwas teurer sind auch die Tees, allesamt hochwertige grüne Tees aus Korea und Japan. Die Qualität unterscheidet sich danach, wann die Blätter geerntet worden sind: vor dem ersten Regen des Jahres, zwischen dem ersten und dem zweiten Regen, oder nach dem zweiten oder dritten Regen. Das wird von der Inhaberin liebevoll erklärt, und bei den Kräutertees – ungewöhnliche Sorten wie Lotus-, Kaki- oder Maulbeerblättertee sind dabei – erklärt sie genau, gegen welche Beschwerden diese helfen und wie lange man sie ziehen lassen soll.

Das gepflegte Essen, aber vor allem das besondere, angenehme Ambiente und die entspannte Freundlichkeit, mit der man empfangen wird, machen aus diesem kleinen Lokal eine sehr empfehlenswerte Adresse, die ihrem Namen alle Ehre macht: "DaBangg" soll ja "Zu Hause" heißen. Allerdings ist das kein Ort für die schnelle Mittagspause: Gerade weil alles frisch und sorgfältig zubereitet wird, sollte man vergessen, auf die Uhr zu schauen.

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

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imago/Emmanuele Contini

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