Friggitelli: italienische Schmorpaprika; © Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Zu Hause kochen mit Elisabetta Gaddoni - Friggitelli, die italienischen Schmorpaprikas

Die kleinen, süßen Schoten aus Süditalien gelten wegen ihres intensiven fruchtigen Aromas als echte Delikatesse.

Das Ende des Sommers ist besonders reich an gutem Obst und Gemüse. Die Früchte der Erde haben am meisten Sonne gespeichert und schmecken zumeist viel besser als die, die zu anderen Jahreszeiten auf den Markt kommen.

Friggitelli, die kleinen Paprikaschoten mit dem milden, fruchtigen Aroma, haben zwischen August und Ende September Saison. Es sind kleine Produktionen, die von Hand geerntet werden, vorwiegend in Mittel- oder Süditalien, vor allem in Kampanien: Ein Nischenprodukt, das nur für einige Wochen im Handel ist und für viele Kultstatus genießt.

Bekömmlich, aromatisch – und unscharf

Friggitelli werden noch grün und unreif geerntet, damit sie zarter und bekömmlicher sind. Sie sind maximal 7-8 cm lang und haben ein abgerundetes Ende. Vom Äußeren her könnte man sie mit den spanischen "Pimientos del Padròn" verwechseln, die man oft in Tapas-Bars bekommt. Während diese aber mal scharf und mal mild sind (der galizische Spruch lautet "Los pimientos de padrón: unos pican e outros non"), schmecken Friggitelli ausnahmslos mild und süßlich, niemals scharf, mit einer leicht bitteren Note, die aber angenehm wirkt.

Der Duft, den sie in der Küche entfalten, ist sehr intensiv und angenehm, frisch und fast blumig. Da Friggitelli ein dünneres Fleisch und eine dünnere Schale haben als normale Paprikas, können sie leicht in der Pfanne geschmort werden und sind sehr bekömmlich. Der Name, Friggitello, kommt vom italienischen "friggere": "braten". Sie können aber ebenso im Ofen oder auf dem Grill gegart oder roh im Salat gegessen werden.

Snack mit Stängel

Braten ist die klassische Art der Zubereitung. Friggitelli werden in Olivenöl und Knoblauch fast frittiert, dann bei kleiner Flamme zugedeckt zu Ende gegart, bis sie zart sind und etwas braun und runzelig aussehen. Am Schluss werden sie mit Salz bestreut. Einige geben auch Brotkrumen dazu, die dann kross werden und für einen angenehmen Kontrast von zart und knusprig sorgen.

Traditionell werden Friggitelli am Stängel angefasst und direkt gegessen. Wenn man die Samen nicht mag, kann man die Schoten vorher seitlich öffnen und die Samen herausnehmen. Mit den gebratenen Friggitelli lassen sich unzählige Gerichte abschmecken, von der einfachen Bruschetta, mit Büffelmozzarella und Anchovis, über Reis- oder Nudelgerichte, z.B. in Kombination mit Salsiccia, Datteltomaten, Basilikum und Pecorino, oder auch mit Venusmuscheln oder anderen Meeresfrüchten.

Ebenso eignen sich die Schoten dafür, mit Kartoffel-Kabeljaupüree oder mit Reis gefüllt zu werden. Halbe Schoten, mit weißem Scamorza-Käse gefüllt, in Pancetta-Scheiben gewickelt und anschließend im Ofen gebacken, sind ein hervorragender Snack.

Grüne Schoten im Gepäck

Die wichtigste Frage: Findet man hierzulande überhaupt Friggitelli im Handel? Manche Geschäfte oder Supermärkte, die auf italienische Produkte spezialisiert sind und bei denen italienische Gastronomen einkaufen, bieten im September Friggitelli an. Auch auf Märkten findet man sie manchmal. Da es sie im Großhandel gibt, sollte man den eigenen Gemüsehändler ansprechen und bitten, welche zu besorgen. Außerdem fahren viele gerade im September nach Italien: Dann gilt es, Friggitelli als Souvenir mitzunehmen.

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

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