
4. September 1975, Berlin
Neben diversen Kinderplatten waren es Aufnahmen der Sinfonien von Ludwig van Beethoven in aus heutiger Sicht sehr historischen Aufnahmen, u. a. unter Leitung von Eugen Jochum, Paul Kletzki, Igor Markevich.
Bis vor einigen Jahren war es Beethoven; jetzt sind es eher einzelne Werke verschiedener Komponisten, die mich besonders faszinieren; darunter die f-Moll-Fantasie von Schubert und die fis-Moll-Sonate von Schumann. Unter den "Neutönern" komme ich an György Ligeti und Bernd Alois Zimmermann nicht vorbei.
In der Praxis fehlt die Zeit zum Wiederlesen, da so viel neuer Lesestoff wartet, aber die Romane von Jean Paul könnte es noch einmal treffen.
Lyonel Feininger: Vogel-Wolke; hängt in meinem Büro (natürlich nicht im Original).
Rhythmisches Piepen; nicht schön, aber auffällig.
Tagsüber an meinem Schreibtisch bzw. vor dem Mikrophon, abends im Konzert (auf beiden Seiten: als Kritiker oder Pianist).
Mich würde brennend interessieren, wie sich Lyonel Feininger als Geiger und Maler das Wohltemperierte Klavier von Johann Sebastian Bach selbst beigebracht hat.
"Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu." (Ödön von Horváth)
Die Songs von Rainald Grebe.
Im Interesse meiner Freunde verzichte ich auf das Kochen.
Ich glaube, ohne das kulturelle Leben Berlins würde mir einiges fehlen.
Diese Frage impliziert einen Rechtfertigungszwang, den die Kultur nicht nötig haben sollte. Deswegen kurz und einfach: Kultur gehört zum Leben.