- Stabat Mater

Der Karl-Forster-Chor Berlin und die Berliner Camerata mit Poulenc, Rheinberger und Schubert

Zwei selten zu hörende Vertonungen des mittelalterlich-mönchischen Stabat-Mater-Gedichts sind im Konzert des Karl-Forster-Chores zur Passionszeit zu hören. Eine im Geist der französischen Madonnenverehrung geschriebene von Francis Poulenc aus dem Jahr 1950 auf den lateinischen Text und eine andere des jungen Franz Schubert auf eine deutsche Nachdichtung im Geist des Pietismus von Klopstock. Beide Kompositionen orientieren sich an der vokal-instrumentalen Art, mit der einst der Neapolitaner Pergolesi den Text in zwölf das Schicksal der Gottesmutter nachempfindenden Stücken bearbeitet hatte, nur tritt bei beiden der Chor als Hauptakteur in Erscheinung.

Beide Kompositionen tragen einen bekenntnishaften Charakter. Während Poulenc damit den Tod eines Künstlerfreundes betrauern wollte und das persönliche Schicksal in die Weite der christlichen Frauenmystik aufzulösen trachtete, ging es Schubert um einen ersten oratorischen Versuch, mit dem er zugleich seine eigensinnige undogmatische Art religiöser Gläubigkeit hörbar machte. Während das Werk von Poulenc zum Strasbourg Festival des Jahres 1951 eine erfolgreiche Uraufführung erlebte, ist von einer Aufführung des Stabat Mater von Schubert zu dessen Lebzeiten nichts bekannt. (Peter Sühring)

Franz Schubert Stabat mater (Klopstock) D 383
Josef Gabriel Rheinberger Konzert für Orgel und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 177
Francis Poulenc Stabat mater für Sopran, Chor und Orchester

BERLINER CAMERATA
KARL-FORSTER-CHOR BERLIN
Volker Hedtfeld
Barbara Berg Sopran
Nico Eckert Tenor
Jakob Ahles Bass
Heiko Holtmeier Orgel