Janoska Ensemble: Revolution; Montage: rbb
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CD DER WOCHE | 11. - 17.03.2019 - Janoska Ensemble: "Revolution"

Klassische Musik auf ihre Art zu spielen, das haben sich drei Brüder aus der Slowakei auf die Fahne geschrieben: die zwei Geiger Ondrej und Roman sowie der Pianist František Janoska.

Nach ihrem Musikstudium in Wien gingen die Drei zunächst eigene Wege. Ondrej etwa spielte bei den Wiener Philharmonikern, František begleitete Größen wie Anna Netrebko oder Erwin Schrott. Vor acht Jahren merkten sie dann, dass ihnen am herkömmlichen Konzertbetrieb etwas Entscheidendes fehlte: die Freiheit, mit Klassischer Musik etwas Neues zu schaffen. Kurzerhand gründeten sie zusammen mit dem Mann ihrer Cousine, dem Kontrabassisten Julius Darvas, das Janoska-Ensemble. Das hat jetzt sein zweites Album mit dem Titel "Revolution" herausgebracht.

Vier Herren um die 30 in schwarzen Rollkragenpullovern blicken entschlossen vom Cover ihrer neuen CD – kein Zweifel, das Janoska-Ensemble hat eine Mission: Es will die Klassische Musik revolutionieren. Bach und Beethoven ins Hier und Jetzt zu holen, und das mit viel Witz und Charme, das ist das Anliegen des Janoska-Ensembles.

Dafür haben die vier Musiker ihre ganz eigene Form des Musizierens entwickelt und nennen sie selbstbewusst Janoska-Style: Man nehme ein Werk, füge etwas Jazz oder lateinamerikanische Musik hinzu und würze das Ganze mit einer Extraportion Improvisation. Für die drei Janoska-Brüder, Ondrej, Roman und František ein denkbar leichtes Spiel, schließlich haben sie das Improvisieren schon als Kinder zu Hause in der Slowakei gelernt.

Die "Beatles" als Ideengeber

Ungewöhnliche Arrangements und witzig-charmante Improvisationen, davon lebt auch die zweite CD des Janoska-Ensembles, "Revolution". Die Idee für dieses Album kam ausgerechnet aus der Popmusik. Während einer Tour im Flugzeug sahen die Vier einen Dokumentarfilm über die Beatles. So haben es mit "Penny Lane", "Yesterday" und "Let it be" drei Beatles-Klassiker auf das Album geschafft. Und die wirken im Janoska-Style wie kleine virtuose Perlen, die einen Hauch von Kaffeehausatmosphäre versprühen, mit Pachelbels Kanon als Sahnehäubchen.

Janoska-Ensemble; Foto: © Julia Wesely
Bild: Julia Wesely

Revolution mit Harmonie und Humor

Daneben haben die Vier Stücke von ihren Lieblingsmusikern platziert: Bachs Air, Mozarts "Figaro"-Ouvertüre oder Beethovens "Mondscheinsonate". Einfach heruntergespielt wird hier aber nichts: Der "Figaro" etwa wird mit einem Beatles-Zitat und einem jüdischen Hochzeitslied angereichert, Beethoven mit dem Cole Porter-Hit "Night and Day" verwoben. Und in der Tat, es funktioniert!

Die Revolution hat beim Janoska-Ensemble viel Harmonie und eine große Portion Humor. Manchmal hat sie wahnwitzige Tempi, manchmal fein abgestimmte Übergänge. Damit ist ihnen eine überaus sympathische Perspektive auf die Klassische Musik gelungen.

Ulrike Klobes, kulturradio