Di 21.11.2017 - Drogendealer-Ausstellung sorgt für Diskussion

Die Schau "Andere Heimaten" des US-amerikanischen Konzeptkünstlers Scott Holmquist macht sich auf die Suche nach der Heimat von Drogenverkäufern und zeigt die Wege auf, die sie von dort aus eingeschlagen haben.

Holmquist widersprach dem Vorwurf, die Ausstellung glorifiziere Drogenhändler. Diese Kritik kam unter anderem von der CDU und FDP. Vielmehr handele es sich um "eine nüchterne Betrachtung der Menschen, die im Rahmen der Recherche interviewt wurden". Es seien Menschen, "die geduldet werden - und dann in einer gesetzlichen Grauzone im öffentlichen Raum eine Tätigkeit verrichten, die tabuisiert und kriminalisiert wird. Trotzdem müssen sie irgendwie über die Runden kommen", sagte Holmquist der Zeitung "Neues Deutschland".

Zu sehen sind unter anderen dreizehn Silhouetten von stehenden Personen, die als Ausstellungstafeln dienen. Darauf sind jeweils Karten, Illustrationen und Texte über die Herkunft und die individuelle Migrationsroute eines des afrikanisch stämmigen Drogenverkäufers. "Der Besucher findet dort, völlig wertneutral, Informationen über den Menschen hinter dem Drogendealer, seinen Herkunftsort und darüber, wie er sich als Körper durch den Raum nach Berlin bewegt hat", so Holmquist weiter. Zum Schluss können Besucher in einem digitalen Portal ihre eigene Reise zu den entsprechenden Orten planen.

Die Ausstellung ist von Mittwoch an im Friedrichshain-Kreuzberg Museum zu sehen.