Di 05.12.2017 - Berlinale-Chef muss weder deutsch noch weiblich sein

Bei einer Podiumsdiskussion im Berliner Haus der Kulturen der Welt diskutierten Filmemacher mit Kulturstaatsministerin Grütters über die Nachfolge von Dieter Kosslick.

"Falsch ist das Gerücht, gesucht würde eine deutsche Frau", sagte Grütters am Montagabend, "Richtig ist: Es gibt keinerlei Vorfestlegung auf eine weibliche oder deutsche Nachfolge."

Ebenso falsch sei das Gerücht, "wonach der Name Dieter Kosslick für eine Schlüsselposition nach 2019 gesetzt ist. Richtig ist: Es gibt keinerlei Vorfestlegung auf bestimmte Personen, in welcher künftigen Führungsstruktur auch immer", sagte Grütters.

In einer Petition hatten rund 80 Regisseure, darunter Fatih Akin, Volker Schlöndorff und Maren Ade, eine komplette Neuausrichtung der Berlinale gefordert – und indirekt auch Kritik am derzeitigen Berlinale-Chef Kosslick geübt, dessen Vertrag 2019 ausläuft.

Grütters ist für die Besetzung des Berlinale-Chefpostens zuständig. Dem am Dienstag tagenden Berlinale-Aufsichtsrat werde sie vorschlagen, Experten aus der Filmbranche beratend hinzuzuziehen, erklärte die Kulturstaatsministerin. Sie sollen den Aufsichtsratsmitgliedern Vorschläge für eine künftige Struktur und die damit verbundenen Personalentscheidungen unterbreiten. Eine Entscheidung über die Nachfolge werde dann im kommenden Jahr getroffen.