Mo 04.12.2017 - Khuon rügt Verschleierungstaktik von Tim Renner

Als "Lüge am Start" hat Ulrich Khuon den Systemwechsel an der Berliner Volksbühne unter Chris Dercon bezeichnet. Der frühere Kulturstaatssekretär Tim Renner habe nicht mit offenen Karten gespielt.

Dass die Volksbühne unter der Intendanz von Chris Dercon kein eigenes Ensemble mehr haben soll – das sei von allen Seiten verschleiert und nie offen benannt worden, sagte der Intendant des Deutschen Theaters Berlin und Präsident des Deutschen Bühnenvereins in der Berliner Akademie der Künste. "Man hätte von Anfang an sagen müssen, Chris Dercon kommt mit einem neuen System."

Tim Renner sei als Kulturpolitiker ein Spieler gewesen, der nicht mit offenen Karten gespielt habe, so Khuon. Mit der Volksbühne sei ein Haus, das blühte, "wirklich zerstört worden". Renner habe nie deutlich gemacht, weshalb Frank Castorf nach 25 Jahren abgelöst werden musste.

Die neue Leitung der Volksbühne hat nach eigener Aussage drei von zwölf Schauspielstellen besetzt, zwei weitere seien in Verhandlung. Den Angaben zufolge werde sich Zeit gelassen, ein neues Ensemble zu bilden.