James Levine, damaliger Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra, aufgenommen am 07.07.2006 in Lenox (USA).
Bild: AP, Michael Dwyer

Mo 04.12.2017 - Met püft Missbrauchsvorwürfe gegen James Levine

Die Metropolitan Opera hat die Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Chefdirigenten James Levine aufgekündigt. Hintergrund sind Missbrauchsvorwürfe.

Wie das Opernhaus in New York mitteilte, wird der Stardirigent in dieser Spielzeit nicht mehr an der Met auftreten. Drei Männer beschuldigten Levine, sie vor Jahrzehnten als Teenager sexuell missbraucht zu haben. Die Oper beauftragte eine Anwaltskanzlei, den Fall zu untersuchen.

Die "New York Times" hatte Einzelheiten aus einem Polizeibericht von 2016 publiziert, der dem Opernhaus im vergangenen Jahr vorgelegt worden war. Demnach gaben zwei mutmaßliche Opfer an, Ende der 60er Jahre als Minderjährige missbraucht worden zu sein. Die Zeitung interviewte zudem einen dritten Betroffenen und dessen Familienangehörige. Levine soll als 40-Jähriger im Jahr 1985 am Rande eines Musikfestivals Kontakt zu dem damals 16-jährigen Ashok Pai aufgenommen und ihn jahrelang sexuell missbraucht haben. Met-Geschäftsführer Peter Gelb teilte mit, dass nach seiner Kenntnis bereits zuvor Anschuldigungen gegen Levine in den höheren Kreisen der Met kursierten.

Der Dirigent hat die Missbrauchsvorwürfe als falsch zurückgewiesen. Levine war 40 Jahre lang Chefdirigent an der Met. 2016 ging er wegen einer Parkinson-Erkrankung in Rente, arbeitete aber weiterhin dort.