Fr 01.12.2017 - Schweizer Autorin Verena Stefan gestorben

Die Schriftstellerin und Feministin Verena Stefan ist tot. Die Schweizer Autorin starb am Mittwoch im Alter von 70 Jahren in ihrer Wahlheimat Montreal, wie ihr Verlag Nagel & Kimche in Zürich mitteilte. Im Jahr 1975 hatte sie mit "Häutungen" ein Kultbuch der Neuen Frauenbewegung geschrieben.

Die Autorin, Tochter eines Deutschen und einer Schweizerin, wuchs bei ihren Großeltern auf. Nach dem Schulabschluss zog Verena Stefan nach Berlin, wo sie zu den Gründerinnen der feministischen Gruppe "Brot und Rosen" gehörte.

Ihr Roman "Häutungen" wird oft auch als "Bibel der Frauenbewegung" bezeichnet und ist der erste deutschsprachige literarische Text einer Feministin der 70er Jahre. Die Autorin analysiert darin heterosexuelle Herrschaftsverhältnisse und beschreibt die Entdeckung der eigenen Sexualität. Für "Häutungen", der in acht Sprachen übersetzt worden war, wurde Stefan mehrfach ausgezeichnet.

Nach 30 Jahren in Deutschland wanderte Verena Stefan um das Jahr 2000 herum nach Montreal aus. Bereits seit etwa zehn Jahren war bekannt, dass die Autorin krebskrank war. Den Umgang mit der Krankheit verarbeitete sie in ihrem Roman "Fremdschläfer" (2007). Zuletzt erschien 2014 Stefans Roman "Die Befragung der Zeit", in dem sie die Geschichte ihrer Familie aufrollte.