Do 07.12.2017 - Versteigerung von Mommsen-Nobelpreismedaille abgesagt

Nach einem Einwand des Deutschen Literaturarchivs hat ein US-Auktionshaus die Versteigerung einer angeblichen Nobelpreismedaille von Theodor Mommsen abgesagt. Es handele sich nicht um die Medaille Mommsens.

Das Objekt sei zwar eine echte Nobelpreismedaille. Eine Untersuchung habe aber ergeben, dass es nicht die an Mommsen verliehene sei. Das sagte Eric Bradley, Sprecher des Auktionshaus Heritage Auctions der Deutschen Presse-Agentur in New York. Die Medaille sei aus der Auktion zurückgezogen worden. Sie werde weiter untersucht und dann dem jetzigen Besitzer zurückgegeben.

Heritage Auctions hatte Ende November angekündigt, die Medaille am 6. Januar 2018 versteigern zu wollen. Als möglicher Auktionserlös waren rund 400.000 Dollar (rund 336.000 Euro) genannt worden.

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach hatte daraufhin eingewandt, es könne sich dabei nicht um das Original handeln. Die 6,5 Zentimeter große und 200 Gramm schwere Originalmedaille liege seit 14 Jahren in ihrem Magazin. Die Familie Mommsen habe die Medaille 2007 dem Archiv in Marbach am Neckar als Stiftung überlassen.

Der Historiker Theodor Mommsen hatte den Literaturnobelpreis 1902 für sein aus fünf Bänden bestehendes Hauptwerk "Römische Geschichte" erhalten.