Mi 14.02.2018 - Kunsthistoriker warnt vor totalitärem Umgang mit Kunst

Der Gründungsintendant des Humboldt-Forums, Bredekamp, warnt vor einer "Hexenjagd" in der Kunst.

Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", man müsse zwischen dem Leben und dem Werk eines Künstlers unterscheiden. Er kritisierte, dass zum Beispiel Bilder abgehängt würden, wenn ein Künstler "Dreck am Stecken" habe.

Bredekamp sagte, nur im Totalitarismus sei vorausgesetzt worden, dass einem bedeutenden Werk ein moralisch makelloser Künstler entsprechen müsste. Für alle nicht-totalitären Zeiten habe das Gegenteil gegolten: Wer unvergängliche Werke geschaffen habe, habe auch die Abgründe des Lebens gekannt.

Derzeit komme es aber zu einer Art Hexenjagd und einem Populismus, der keine Widersprüche akzeptiere.