Di 13.03.2018 - Parzinger für Schädel-Rückgaben offen

Unrechtmäßig erworbene Objekte der anthropologischen Sammlungen der Charité will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz restituieren.

Präsident Hermann Parzinger erklärte heute in Berlin, wenn etwa Schädel klar zuzuordnen seien, werde die Stiftung alles daran setzen, diese zeitnah zurückzugeben.

In den kommenden eineinhalb Jahren soll die Herkunft von etwa 1.000 Schädeln aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika – heute Ruanda, Tansania, Burundi und ein kleiner Teil von Mosambique – geklärt werden, so Parzinger. Wissenschaftler aus den ostafrikanischen Ländern beteiligten sich an den Forschungen.

Die menschlichen Gebeine seien mit dem Ziel gesammelt worden, einen möglichst großen Bestand an 'erforschbarem Material' in Berlin aufzubauen, sagte Parzinger. Sie dürfen nicht weiter als anonyme Masse im Depot liegen.

Die gesamte Sammlung an sterblichen Überresten aus der Charité befindet sich heute im Museum für Vor- und Frühgeschichte. Sie umfasst etwa 5.500 Schädel aus aller Welt, etwa 800 weitere sind über die Jahre verloren gegangen. Ursprünglich war jedes Objekt verzeichnet und es gab ein Inventarbuch. Nahezu alle Dokumentationen gingen jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren.