Mi 16.05.2018 - Großes Ausstellungsprojekt vier Frankfurter Museen

Das Projekt "Gekauft. Gesammelt. Geraubt? Vom Weg der Dinge ins Museum" dokumentiert die Ausplünderung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus.

An der Ausstellung beteiligen sich das Historische Museum, das Jüdische Museum, das Museum Angewandte Kunst sowie das Weltkulturen Museum, wie der Direktor des Historischen Museums, Jan Gerchow, in Frankfurt am Main sagte. Die Kooperation begleitet die erstmals 2002 in Frankfurt gezeigte Wanderausstellung "Legalisierter Raub" des Fritz-Bauer-Instituts und des Hessischen Rundfunks, die die Beteiligung der Behörden und die Bereicherung des Fiskus an der Ausplünderung von Juden thematisiert.

Im Historischen Museum ist vom 17. Mai an die Ausstellung "Geerbt. Gekauft. Geraubt? Alltagsdinge und ihre NS-Vergangenheit" zu sehen. Die Schau beschäftigt sich mit den Spuren des "legalisierten Raubs" in der Museumssammlung und in privaten Haushalten, wie es hieß. Teil der Ausstellung sind Objekte aus früheren jüdischen Haushalten wie etwa Silberbesteck, Porzellantassen, Holzstühle und Sessel sowie Dokumente und Fotos.

Das Jüdische Museum gibt parallel den bisherigen Stand der im Haus betriebenen Provenienzforschung wieder. Die Präsentation konzentriere sich auf einige Zeremonialobjekte, die über den Kunsthandel, aus Privatbesitz oder aus Sammlungen anderer Museen in das Museum gelangt seien, erklärte Direktorin Mirjam Wenzel.

Die Ausstellungen im Museum Angewandte Kunst und im Weltkulturen Museum werden später, am 6. Juni und 16. August, eröffnet. Die Schau im Museum Angewandte Kunst widmet sich der Geschichte der Silbersammlung des jüdischen Sammlers Joseph Pinkus. Im Weltkulturen Museum sind Fallbeispiele aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontext zu sehen.