Mi 13.06.2018 - Kasseler Antikensammlung erweitert Ausstellung

Die international bedeutende Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe erhält einen sammlungsgeschichtlichen Teil.

Wie Martin Eberle, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, erläuterte, widmet sich die Erweiterung vor allem der Frage, wie die Sammlung im 18. Jahrhundert zustande kam. Hierbei habe der hessische Landgraf Friedrich II., auf den auch der Bau des heutigen documenta-Standortes Fridericianum zurückgeht, eine bedeutende Rolle gespielt.

Friedrich habe auf einer Italienreise 1777/1778 zahlreiche Kunstwerke erworben und per Seefracht nach Kassel bringen lassen, erläuterte Rüdiger Splitter, Leiter der Antikensammlung. Darunter seien Marmorskulpturen, Grafiken, Kleinkunst sowie insgesamt 36 Korkmodelle von antiken Stätten gewesen, von denen noch 33 erhalten seien.

In der Ausstellung zu sehen ist auch der einzige Bronzeguss des Gelehrten Johann Joachim Winckelmann, den Friedrich II. vergeblich als Berater für seine Erwerbungen zu gewinnen suchte.

Die Sammlung von Friedrich II., die vor 250 Jahren erstmals im Fridericianum gezeigt wurde, habe schon früh einen weltweiten Ruf erhalten, weswegen viele Menschen nach Kassel gekommen seien, sagte Splitter. Um die Ausstellungserweiterung zu konzipieren, seien zahlreiche Werke aus dem Depot des Museums geholt worden, die teilweise schon lange nicht mehr gezeigt wurden. Unter anderen sind nun mehrere lebensgroße Bronzenachbildungen mythologischer Figuren zu sehen, die seinerzeit sehr teuer gewesen seien.