Mi 27.06.2018 - Literaturhistoriker Walther erhält Annalise-Wagner-Literaturpreis

Der Germanist und Literaturhistoriker Peter Walther aus Potsdam erhält die Auszeichnung für seine Schriftstellerbiografie "Hans Fallada" (2017).

Der Preis wird am kommenden Samstag in Neustrelitz überreicht. Mit Walthers packend erzählter Fallada-Biografie gehen Leser laut Jury auf eine erhellende kultur- und zeitgeschichtliche Entdeckungsreise. Die Schriftstellerbiografie sei spannend wie ein Roman, mit dem sich Fallada neu entdecken lasse. Dessen Geburtstag jährt sich am 21. Juli zum 125. Mal. Zwischen 1933 und 1944 lebte er im ostmecklenburgischen Carwitz.

Beeindruckend detailreich und differenziert schildere Walther auf dem aktuellen Forschungsstand das Leben des Schriftstellers Hans Ditzen (1893-1947), der unter dem Namen Hans Fallada publizierte, erklärte die Jury. Er hinterfrage insbesondere Facetten zu Falladas Leben und Werk während der NS-Diktatur mit ihren Bezügen zu Carwitz und Neustrelitz neu. Plastisch vermittle er die Widersprüche, mehrfachen Brüche und Rätsel des Schriftstellers und seines literarischen Werks. Er lasse den Leser "die Faszination entdecken, die von der Biografie des Schriftstellers ausgeht". Dabei finde er einen so sachlichen wie warmherzigen Ton.

Peter Walther wurde 1965 in Berlin geboren. Er studierte in Greifswald, Berlin und Essen Germanistik und Kunstgeschichte und wurde 1995 in Berlin promoviert. Heute leitet er gemeinsam mit Hendrik Röder das Brandenburgische Literaturbüro in Potsdam. Er ist Mitbegründer des Literaturportals "literaturport" und veröffentlichte Bücher zur Geschichte der Fotografie sowie zu Schriftstellern wie Johann Wolfgang von Goethe, Peter Huchel, Günter Eich und Thomas Mann.