Aleida und Jan Assmann; © Corinna Assmann
Bild: Corinna Assmann

Di 12.06.2018 - Friedenspreis des Buchhandels geht an Aleida und Jan Assmann

Das deutsche Forscherpaar ergänze und inspiriere sich in seiner Arbeit seit Jahrzehnten wechselseitig. Daraus sei ein zweistimmiges Werk entstanden, das für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung ist, so die Jury.

Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann greife mit ihren wissenschaftlich fundierten Studien engagiert die immer wieder neu virulenten Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur auf, heißt es auf der Webseite des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der den Preis vergibt. "Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte leistet sie in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation. Ihr Werk weist darauf hin, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit grundlegende Bedingung für ein friedliches Miteinander ist.

Der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann habe durch sein umfangreiches wissenschaftliches Werk internationale Debatten um Grundfragen zu den kulturellen und religiösen Konflikten unserer Zeit angestoßen. "Mit seinen Schriften zum Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie zur Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch leistet er einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute."

Der mit 25.000 Euro verbundene Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gehört zu den bedeutendsten Kulturauszeichnungen des Landes. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse im Oktober, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt.