Mi 11.07.2018 - Sorge um maroden Taj Mahal

Der desolate Zustand des weltberühmten Taj Mahal hat Indiens Oberste Richter auf den Plan gerufen.

Das  Oberste Gericht forderte die Regierung auf, mehr für den Schutz des Weltwunders aus weißem Marmor zu tun. "Entweder wir schließen den Taj, oder wir reißen ihn ab, oder wir restaurieren ihn", erklärten die Richter. Die Juristen warfen der Zentral- sowie der Lokalregierung "Lethargie" und "Gleichgültigkeit" vor.

Im Mai hatte sich das Oberste Gericht über die Farbe des Mausoleums besorgt geäußert. Wegen der massiven Luftverschmutzung in und um die Stadt Agra, wo der Taj Mahal steht, habe sich dessen Marmorfassade von Perlweiß zu einem grünlichen Braun verändert, klagten die Richter.

Acht Millionen Besucher zieht das Mausoleum jedes Jahr an. Doch der Standort des legendären Grabmals am Südufer des Yamuna-Flusses bereitet zunehmend Probleme. Die Insekten, die in dem stinkigen Flussbett brüten, hinterlassen auf dem historischen Bauwerk grüne Flecken. Zudem färbt die dreckige Luft der Millionenstadt Agra den majestätischen Marmorbau ein.

Weil der Yamuna fast ausgetrocknet ist, fürchten Experten außerdem um die Stabilität des Gebäudes, dessen Fundament aus Holz besteht. Mit fallendem Grundwasserspiegel könnte das Meisterwerk islamischer Kunst irgendwann einmal in den Boden versinken.