Fr 14.09.2018 - Festakt zu Unesco-Auszeichnung für Orgelbau und Orgelmusik

In Berlin wurde heute die Aufnahme von Orgelbau und Orgelmusik in die Liste des immateriellen Unesco-Kulturerbes gefeiert.

Die Auszeichnung würdige, dass Deutschland bei der Entwicklung von Orgelbau und Orgelmusik eine herausragende Rolle zukomme, sagte die Präsidentin des deutschen Unesco-Komitees, Maria Böhmer. Bei der Auszeichnung der deutschen Musiktradition dürfe jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass die "Königin der Instrumente" ihren Ursprung vor mehr als 2.000 Jahren in Afrika habe. "Dem afrikanischen Kontinent haben wir die Kunst des Orgelbaus zu verdanken", bekräftigte die Beauftragte für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Irmgard Fellner.

Die Orgel wurde nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission vor mehr als 2.000 Jahren in Ägypten erfunden und gelangte über Byzanz nach Europa. Deutschland zähle heute mit mehr als 50.000 Orgeln und rund 400 handwerklichen Orgelbaubetrieben mit mehr als 2.800 Beschäftigten weltweit zu den wichtigsten Ländern für Orgelbau und -musik, hieß es. Die Liste des immateriellen Unesco-Kulturerbes umfasst weltweit insgesamt 399 Kulturformen. Darunter sind lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken.