Fr 07.12.2018 - Ossietzky-Medaille für kurdische Politikerin und Behindertenaktivist

Leyla Imret aus der türkischen Stadt Cizre und Ottmar Miles-Paul aus Kassel werden mit diesem wichtigsten Preis der Internationalen Liga für Menschenrechte ausgezeichnet.

Beide werden für ihre Zivilcourage und ihren Einsatz bei der Verwirklichung der Menschenrechte geehrt. Mit ihrem herausragenden Engagement setzten sie sich mit allem Nachdruck für die Rechte benachteiligter und unterdrückter Menschen ein und lenkten den Blick der Öffentlichkeit auf die soziale und politische Ausgrenzung von Minderheiten, heißt es in der Jury-Begründung.

Leyla Imret wurde nach Angaben der Liga 2014 zur Bürgermeisterin der kurdischen Stadt Cizre im Südosten der Türkei gewählt und nach den türkischen Parlamentswahlen 2015 ihres Amtes enthoben. Seitdem wird gegen sie wegen "terroristischer Propaganda" ermittelt. Nach dreimaliger Verhaftung flüchtete sie nach Deutschland zurück, wo sie in der Nähe von Bremen aufgewachsen war. Von dort aus habe sie unerschrocken weiter für die Rechte der kurdischen Minderheit gekämpft, gegen die das türkische Militär mit maßloser Gewalt vorgehe.

Ottmar Miles-Paul ist in der Behindertenbewegung seit über 30 Jahren einer der wichtigsten Protagonisten. National und international habe der frühere rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen an der Gründung und dem Aufbau zahlreicher Initiativen und Projekte von Betroffenen für Betroffene mitgewirkt, die darauf abzielen, selbstbestimmtes Leben zu organisieren.

Die Carl-von-Ossietzky-Medaille wird von der Liga seit 1962 an Personen oder Gruppen verliehen, die sich durch Zivilcourage und herausragendes Engagement für die Verwirklichung, Verteidigung und Erweiterung der Menschenrechte und des Friedens verdient gemacht haben. Die Auszeichnung wird am 16. Dezember bei einem Festakt im Berliner Grips-Theater überreicht.