Do 17.01.2019 - "Bauhaus ist Synonym der Moderne"

Zum Auftakt des Bauhaus-Jahres hat Bundespräsident Steinmeier die politische Dimension der 1919 gegründeten Schule für Kunst, Architektur und Design hervorgehoben.

Es gebe "nicht nur einen zeitlichen, sondern auch einen inneren Zusammenhang zwischen Bauhaus und dem Aufbruch in die demokratische Republik", sagte Steinmeier. Die große Mehrheit der Bauhaus-Künstler hätten die Weimarer Republik als große Chance verstanden "zur politischen Freiheit und auch zur Freiheit der künstlerischen Gestaltung".

Die politische Dimension sorgte erst vor wenigen Monaten für heftige Debatten. Die Stiftung Bauhaus Dessau hatte aus Furcht vor rechten Aktionen ein Konzert der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet verhindert. Viele Kulturschaffende kritisierten die Absage.

Steinmeier verwies auch auf die künstlerischen Einflüsse: "Das Bauhaus gehört inzwischen zu den bedeutendsten und weltweit wirkungsvollsten kulturellen Hervorbringungen unseres Landes." Überall seien Spuren zu finden, setzten sich Architekten oder Gestalter damit auseinander. "Lehrer wie Gropius, Mies van der Rohe, Marcel Breuer lehrten in der Emigration nach den Bauhaus-Prinzipien und prägten die Architekturentwicklungen nicht nur in den USA und anderswo."

Das vom Architekten Walter Gropius in Weimar gegründete Bauhaus wollte nach dem Ersten Weltkrieg über die Gestaltung alltäglicher Dinge moderne Menschen prägen. Unter politischem Druck zog die Hochschule 1925 nach Dessau um, schließlich 1932 nach Berlin. Dort wurde das Bauhaus ein Jahr später von den Nazis geschlossen.