Fr 18.01.2019 - "Dau" startet nächste Woche in Paris

Das in Berlin gescheiterte Kunstprojekt hat dort am 24. Januar Weltpremiere. Die Großinstallation des russischen Regisseurs Ilja Chrschanowski soll die Besucher anhand von 13 seiner Filme und durch aufwendige Inszenierungen in eine Zeitreise durch die Stalin-Ära schicken.

"Dau" hätte ursprünglich in Berlin im Oktober seine Weltpremiere mit einem Nachbau der Mauer haben sollen.

Orte für das Event in Paris sind die städtischen Theaterhäuser Théâtre du Châtelet und Théâtre de la Ville. Beide liegen sich am zentralen Platz Châtelet gegenüber und werden gegenwärtig renoviert.

Im Centre Pompidou wird die Rekonstruktion eines Appartements zur Sowjet-Zeit zu sehen sein, in dem Menschen wie bei einer Reality-Schau rund um die Uhr beobachtet werden können.

In Berlin war für "Dau" der Nachbau einer rund 800 Meter langen Mauer vorgesehen, hinter der ein diktatorisches System nacherlebt werden sollte. Das Kunstevent sei an den nötigen  Genehmigungen gescheitert, wie es offiziell hieß. Im Vorfeld gab es viel Kritik an dem Projekt.
Menschen, die in wenigen Jahrzehnten zwei Diktaturen durchlebt hätten, bräuchten keine Belehrung darüber, was Diktatur bedeute, hatten Gegner argumentiert.

In Paris ist "Dau" bis zum 17. Februar zu erleben.