Robert Menasse © Gregor Baron
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Fr 18.01.2019 - Menasse wird ausgezeichnet - trotz des Skandals

Es gab viele Querelen im Vorfeld, aber jetzt bekommt Robert Menasse doch heute Abend in Mainz die Carl-Zuckmayer-Medaille verliehen.

Dem Schriftsteller war vorgeworfen worden, nicht nur in seinem hochgelobten Roman "Die Hauptstadt", sondern auch in Reden und Vorträgen mit falschen Zitaten und Behauptungen gearbeitet zu haben.

Menasse hatte unter anderem die Antrittsrede des ersten Kommissionspräsidenten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft Walter Hallstein fälschlicherweise nach Auschwitz verlegt - und ihm auch ein paar Zitate untergeschoben, die der nie gesagt hat. Alles im Sinne von Menasses Überzeugung, dass, wenn die Nationalstaaten abgeschafft würden, so etwas wie Auschwitz nie mehr möglich wäre.

Deshalb hatte es öffentliche Kritik an der Preisverleihung an Menasse gegeben. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Manu Dreyer (SPD) begründete das Festhalten an der Carl-Zuckmayer-Medaille für Robert Menasse damit, dass man das "beeindruckende literarische Gesamtwerk" würdigen wolle. Menasse selbst hat sich inzwischen für die falschen Zitate in seinen nicht-fiktionalen Texten entschuldigt.