Do 17.01.2019 - Neues Kunstforum Hermann Stenner wird in Bielefeld eröffnet

Der expressionistische Maler bekommt damit in seiner westfälischen Heimatstadt ein eigenes Museum.

Am Sonntag eröffnet die neue Einrichtung mit der Sonderschau "Das Streben nach dem ganz großen Etwas in der Kunst" über Leben und Werk des Künstlers. Stenner wurde mit 23 Jahren als Soldat im Ersten Weltkrieg getötet. Die Schau bis zum 10. Juni soll einen Ausschnitt des umfassendes Werks des Bielefelder Künstlers präsentieren, der fast 300 Gemälde und 1.700 Arbeiten auf Papier hinterlassen hat.

Im Fokus der Sonderschau stehe Stenners kurze, dabei aber vielseitige Schaffensphase von fünf Jahren, in der er sich mit dem späten Impressionismus über den farbgewaltigen Expressionismus bis hin zur Abstraktion auseinandergesetzt hat, hieß es. Stenners Bilder werden in Zusammenhang mit Zeitgenossen wie Conrad Felixmüller und Bauhaus-Künstler Oskar Schlemmer gezeigt, um die überregionale Bedeutung des Malers zu verdeutlichen. Insgesamt werden rund 200 Exponate ausgestellt, vorwiegend Gemälde, aber auch Kunsthandwerk und historische Dokumente.

Im Gegensatz zu August Macke (1887-1914), der auch im Ersten Weltkrieg umkam, gehört Hermann Stenner heute zu den wenig bekannten Künstlern der deutschen Moderne. Der Sohn eines Malermeisters studierte nach dem Besuch der Malschulen Knirr in München und von Hayek in Dachau ab 1910 an der Stuttgarter Kunstakademie.