Mo 15.04.2019 - "Stopp, PRIVAT!"

Das deutsche Kinderhilfswerk übersetzt die UN-Kinderrechtskonvention in kindgerechte Sprache und bringt sie in Pixi-Büchern heraus.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) stellte das aktuelle Pixi-Buch zum Recht auf Privatsphäre mit dem Titel "Stopp, Privat" am Montag in einer Kindertagesstätte in Berlin-Kreuzberg vor und hat die Geschichte vom kleinen Cem vorgelesen. Cem ärgert sich, dass seine Oma sein Glücks-Trikot aus seiner Schublade genommen und gewaschen hat. Der Grasfleck, der das Oberteil zu einem Glücksbringer machte, ist nun weg. Doch nicht nur das: Cem ist verletzt, dass seine Großmutter ungefragt etwas aus seinem Zimmer entfernt hat.

"Es ist wichtig, dass alle Kinder von Anfang an ihre Rechte kennen", betont die Ministerin. Zwischen bunten Decken und Kissen erzählt sie ihrem jungen Publikum, wie Cem gemeinsam mit seinen Freunden Jakob, Lisa, Nesrin und Samuel erkennt, wie wichtig Privatsphäre auch für Kinder ist.

"Leider sind die Kinderrechte auch fast 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention noch viel zu wenig bekannt", beklagt der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann. Das Recht auf Privatsphäre sei ein Menschenrecht, das auch für Kinder gelte und von Erwachsenen respektiert werden müsse. Union und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag grundsätzlich darauf verständigt, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen.

Bisher beschäftigte sich die Pixi-Reihe des Kinderhilfswerks bereits mit den Themen Mitbestimmung, Schutz vor Gewalt und Misshandlung, dem Recht auf Teilhabe und dem Recht auf beide Elternteile. Jedes Jahr erscheint beim Carlsen-Verlag ein Büchlein zum Thema Kinderrechte, das von prominenten Persönlichkeiten vorgestellt wird, wie Frederike Borchert, stellvertretende Pressesprecherin des Kinderhilfswerks, ergänzte.