Beate Niemann; © Carsten Kampf
Carsten Kampf
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- Kein guter Vater

Margarethe Steinhausen im Gespräch mit Beate Niemann

Jahrzehntelang lebte Beate Niemann in dem Glauben, ihr Vater habe unschuldig in DDR-Gefängnissen gesessen. Bruno Sattler, vom Landgericht Greifswald verurteilt zu lebenslanger Haft, war für die 1942 geborene Tochter Opfer eines verbrecherischen Systems.

Erst das Lesen seiner Stasi-Akten Mitte der Neunzigerjahre öffnete Beate Niemann die Augen. Ihr Vater war mitschuldig an entsetzlichen Kriegsverbrechen während der Nazi-Zeit. Er war beteiligt an der Vergasung von 8.000 Juden in Belgrad, und er war mitverantwortlich für die Liquidation von Partisanen im besetzten Jugoslawien.

Durch akribische Nachforschungen in deutschen und serbischen Archiven musste Beate Niemann Abschied nehmen vom Bild des "guten Vaters", der in der Bundesrepublik erfolgreich entnazifiziert worden war.