kulturradio-Motiv: Schnecke_Mund; Bild: rbb

- Die Sorgen und die Macht

Die Geschichte des vollendeten Dichters Dr. Peter Hacks
 
Von Wolfgang Rindfleisch

Peter Hacks habe einen "Geist wie kalter Champagner", schrieb Martin Mosebach von der FAZ und bemerkte: "In Deutschland hat man es gerne lauwarm, deshalb wird es mehr Leute geben, die sich bei der Hacks-Lektüre empören, als solche, die ihn genießen."

Es war nämlich nicht Hacks' Sache, jemandem nach dem Munde zu reden. Er sagte, was er dachte und hatte sein eigenes, unerschütterliches Ideal, das er sich nicht von "Dummköpfen" zerreden lassen wollte. Er war im Wortsinn einer der wenigen Exzentriker der DDR. Nie in der Mitte der Massen, nie an der Spitze und gerade deshalb einer ihrer meist gespielten Dramatiker und Essayisten. Kurz vor seinem Tode schrieb Hacks:

Ach Volk, du obermieses,
Auf dich ist kein Verlass.
Heute willst du dieses,
Morgen willst du das.

Regie: Wolfgang Rindfleisch
Produktion: MDR 2008