Die Sprengung der Paulinerkirche am 30. Mai 1968 um 10 Uhr; © MDR/Hans Bleier
Bild: MDR/Hans Bleier

Vor 50 Jahren Sprengung der Uni-Kirche Leipzig - Wecker, Farbe, Fahnenstoff

Wie drei Physiker gegen den Abriss der Leipziger Universitätskirche 1968 protestierten

Von Carsten Heller

Das Abschlusskonzert des Internationalen Bachfestivals am 20. Juni 1968 war als kulturpolitischer Höhepunkt geplant und wurde zum Skandal. 2.000 Gäste verfolgten die Auszeichnung der Preisträger, als sich auf der Bühne ein Transparent entrollte: Darauf die Umrisse der drei Wochen zuvor auf Parteibefehl gesprengten Leipziger Universitätskirche, in Druckbuchstaben der Schriftzug: "Wir fordern Wiederaufbau".

Der publikumswirksame Protest gehörte zu den erfolgreichsten Aktionen von Oppositionellen in der DDR. Bis 1989 gelang es der Staatssicherheit nicht, die Täter ausfindig zu machen.

Im Feature geben drei der vier Studenten, die die Aktion erdachten und durchführten, Auskunft. Sie erinnern sich, mit welch abenteuerlichen Mitteln sie das Protestplakat zur Entfaltung brachten und wie ihr Leben nach diesem Ereignis verlief.

Regie: Klaus Zippel
Produktion: MDR 1998