kulturradio-Motiv: Schnecke_Mund; Bild: rbb
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- Kopftuchlos in Teheran

Von Weronika Bohusz

Dena, 38 Jahre alt, von Beruf Lehrerin, geht jeden Tag ohne Kopftuch zur Arbeit. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, denn sie lebt im Iran, dem Land der Scharia, in dem die religiöse Führung den Kopftuchzwang seit fast 40 Jahren nicht gelockert hat. Alles hat mit einer Demonstration im Dezember letzten Jahres angefangen.

Durchs Internet ging folgendes Bild: Eine junge Frau mit langem, schwarzem Haar steigt auf einen Stromverteilkasten und streckt ihr weißes Kopftuch nach oben wie eine Fahne. Es folgten eine Festnahme durch die Sittenpolizei und zwei Jahre Haft. Doch das schreckt Dena und andere Nachahmerinnen nicht ab.

Immer mehr junge Frauen trauen sich ohne Kopftuch auf die Straße, obwohl ihnen dabei die Angst vor Schlägen, Folter und vor allem vor den Schikanen gegenüber der Familie immer im Nacken sitzt. Auch der Ehemann steht Denas Protest skeptisch gegenüber. Die Gesellschaft brauche noch Zeit für derartige Veränderungen, meint er.

Doch Dena lässt sich nicht abbringen. Für sie ist die Befreiung vom Kopftuch nur ein Punkt auf einer langen Liste. Der erste notwendige Schritt auf dem langen Weg zur Demokratie.

Regie: Friederike Wigger
Produktion: rbb 2018
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