Alexander Solschenizyns Statue im Hafen von Wladiwostok, gestaltet von Pjotr Chegodayev; das Werk erinnert an die Rückkehr des Autors nach Russland ; © imago/Yuri Smityuk
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Zum 100. Geburtstag - Volksfeind und Heiliger

Solschenizyns Rückkehr nach Russland

Von Mario Bandi

Solschenyzin hat – unter anderem im "Archipel Gulag" – der Welt die Augen über das Geschehen im Namen der "Industrialisierung" und des "Klassenkampfes" geöffnet. Aus seinen Büchern weiß die Welt von der Niedertracht im System der stalinistischen Straflager. Erst nach der Perestroika wurde "Archipel Gulag" auch in der Sowjetunion veröffentlicht, jetzt droht sein Hauptwerk aus dem Literaturkanon der Schulen zu verschwinden.

Andererseits ist der Nobelpreisträger, der 2008 starb, in seinen letzten Lebensjahren Wladimir Putin sehr nahe gekommen. Er verurteilte Gorbatschow, verteufelte alles Westliche und pries die orthodoxe Kirche. Am Ende war er zum Propheten einer großrussischen Idee mutiert, vom Marxisten zum orthodoxen Christen mit Heiligenstatus.

Regie: der Autor
Produktion:Dlf/WDR/rbb 2018