Glocke im Turm; Foto: © Carsten Kampf
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- Heiliges Geläut

Die Sprache der Glocken
Von Vera Block

Nur zwischen Gründonnerstag und der Osternacht müssen die Glocken in katholischen Kirchen schweigen. Im restlichen Jahr begleitet ihr Klang das Leben der Gemeinden. Seit dem sechsten Jahrhundert n.C. sind Glocken fester Bestandteil christlicher Kultur, ob katholisch, evangelisch oder orthodox. Sie läuten zum Gottesdienst, verkünden frohe und traurige Nachrichten, alarmieren oder zeigen an, was die Stunde geschlagen hat.

Doch im Laufe der Zeit veränderte sich die Wahrnehmung des Glockengeläuts. Als Ruhestörer wurde es weitgehend aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Heutzutage erklingen die Kirchenglocken fast nur noch an Sonn- und Feiertagen oder werden als kunsthistorisches Erbe gepflegt. Und so gerät auch ihre Sprache immer mehr in Vergessenheit.